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Aktuell Asien

Japan jagt wieder Wale

Japans Walfangflotte hat sich wieder aufgemacht in die Antarktis – trotz eines seit 1986 geltenden Moratoriums. Die Walfanggegner warten bereits gut gerüstet auf hoher See.

Drei Schiffe legten im Hafen Shimonoseki im Westen des Landes ab, auf den Weg zu ihrer alljährlichen Jagd, wie die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Fischereibehörde meldet. Die Flotte besteht aus einem Walfangschiff, einem Patrouillenboot und einem Spezialschiff, das Störaktionen der Umweltorganisation "Sea Shepherd" verhindern soll. Nach Angaben der Umweltorganisation Greenpeace lief das Mutterschiff "Nisshin Maru" (Artikelbild) aus dem Hafen von Innoshima aus.

Japans Walfänger wollen bis Ende März 935 Zwergwale sowie bis zu 50 Grindwale fangen. Offiziellen Angaben nach befinden sich Beamte der Küstenwache an Bord, um die Seeleute vor möglichen Angriffen durch Umweltaktivisten  zu schützen. Die militante US-Tierschutzorganisation "Sea Shepherd" hat angekündigt, die Aktivitäten der Walfänger im südlichen Walschutzgebiet um die Antarktis zu stören. Ein US-Gericht hatte den Aktivisten in der vergangenen Woche verboten, sich der Flotte auf weniger als 500 Meter zu nähern.

Video ansehen 01:18

Südkorea will wieder Jagd auf Wale machen

Tierschützer Paul Watson wieder dabei

"Sea Shepherd" hatte die Walfänger in den vergangenen Jahren immer wieder mit Störaktionen behindert. Anfang 2011 brach Japan die Jagd wegen ständiger Konfrontationen mit der Organisation vorzeitig ab. In diesem Jahr haben die Tierschützer bei ihrer "Operation Zero Tolerance" (Operation Null Toleranz) nach eigenen Angaben vier Schiffe, einen Hubschrauber, drei unbemannte Drohnen und mehr als 100 Mann Besatzung im Einsatz.

An Bord eines der Schiffe befindet sich auch der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Tierschützer Paul Watson. Er fahre auf der "Steve Irwin" in Richtung Antarktis, gab der Kanadier bekannt . Das Schiff war Ende November aus dem australischen Hafen Melbourne ausgelaufen. Wann und wo Watson an Bord ging, ist unklar.

Aus Deutschland geflohen

Tierschützer Paul Watson vor Piratenflagge (Foto: DAPD)

Wieder mit dabei: Tierschützer Paul Watson aus Kanada

Watson war im Mai bei der Einreise nach Deutschland am Frankfurter Flughafen aufgrund eines internationalen Haftbefehls festgenommen, später aber auf Kaution freigelassen worden. Costa Rica hatte seine Auslieferung beantragt. Dort wirft man ihm wegen einer Aktion im Jahr 2002 Behinderung der Schifffahrt vor. Ende Juli wurde bekannt, dass Watson aus Deutschland geflohen ist.

Die Internationale Walfangkommission (IWC) hatte 1986 ein Moratorium für den kommerziellen Walfang in Kraft gesetzt. Japan nutzt allerdings ein Schlupfloch des Abkommens, indem es Wale offiziell nur zu "wissenschaftlichen Zwecken" jagt. Es macht aber kein Geheimnis draus, dass das Fleisch der erlegten Tiere in Geschäften und an Restaurants verkauft wird und letztlich auf dem Teller landet. Die japanischen Behörden erklären zur Begründung, der Walfang sei eine jahrhundertealte Tradition, die nicht verloren gehen dürfe. Auch andere Walfangnationen wie Norwegen und Island halten sich nicht an das Walfangverbot.

gmf/SC (afp, dpa)

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