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Filme

Japan in bewegten Bildern

Globalisierung mit Erfolg: Europa und Hollywood schauen inzwischen gerne in den fernen Osten und lassen sich vom japanischen Kino inspirieren.

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Tokio ist aufregend und wild


Japan ist der zweitgrößte Filmmarkt der Welt: 130 Millionen Menschen leben hier. Im Schnitt geht zwar jeder weniger als ein Mal pro Jahr ins Kino, aber durch die hohen Eintrittspreise sind die Umsätze gewaltig. Eine Kinokarte kostet in Japan umgerechnet etwa 15 Euro - ab 20 Euro sitzen die Zuschauer First-Class.

Takeshi Kitano, japanischer Regisseur

Takeshi Kitano, japanischer Regisseur von "Hana-Bi"

Viele amerikanische Blockbuster aus Hollywood stehen auf dem Programm. Allerdings laufen auch jede Menge einheimische Produktionen - Filme, für die japanische Regisseure international immer wieder ausgezeichnet werden: Für "Hana-Bi" gab es 1997 bei den Filmfestspielen in Venedig den Goldenen Löwen. Den Oscar als bester Animationsfilm gewann 2003 "Chihiros Reise ins Zauberland".

Panoramabild: Japanischer Zeichentrickfilm Chihiros Reise ins Zauberland

"Chihiros Reise ins Zauberland"

Hollywood dreht nach

Filmszene Der Himmel von Hollywood

Klassisches Klischee: Filmszene aus "Der Himmel von Hollywood"

Im Tokioter Stadtteil Ota sitzt die Produktionsfirma Rumble Fish. Der Chef der Firma, Takenori Sento, gilt als Erfinder des jungen japanischen Kinos. Bei internationalen Festivals holte er mit seinen Filmen mehr als 100 Preise. Sento hat auch den Horrorfilm "Ringu" produziert, den in Japan zwei Millionen Zuschauer sahen.

"Im US-Horrorfilm wird eine Hand abgehackt oder jemand wird erstochen. Es geht immer um physische Schmerzen, die Angst bereiten. Im japanischen Horrorfilm geht es um psychologischen Druck, um Gespenster, um Mystik", sagt Takenori Sento. Damit war "Ringu" derart erfolgreich, dass Hollywood darauf aufmerksam wurde und den Film beinahe Szene für Szene von einem US-Regisseur nachdrehen ließ.

Je schräger, desto besser

Sento hat eine Vorliebe für schräge Charaktere und ungewöhnliche Stories. In "Mike Yokohama: A Forest with No Name" erinnern die Figuren einen ständig an die coolen Typen aus Quentin Tarrantinos "Pulp Fiction": In "Mask De 41" ist ein angestellter Familienvater derart frustriert von seinem Job und seiner Frau, dass er alles hinschmeißen will. Stattdessen träumt er von einer Karriere als Show-Ringer. Leider hat er in seinen jungen Jahren nie einen Kampf gewonnen. Und mit 41 wird es nicht gerade leichter.

Leben mit dem Beben

Erdbeben in Kobe Japan 1995

Einfach so umgekippt - die an sich erdbebensichere Fernverkehrsstraße Kobe-Osaka (18.1.1995)

Sentos neuster Film ist ernster. Der Film heißt "Arigato" und handelt von dem schweren Erdbeben in Kobe. Dabei waren vor zehn Jahren 6000 Menschen ums Leben gekommen. "Für Japaner sind Erdbeben zur alltäglichen Gefahr geworden. Ständig müssen wir damit rechnen, dass gleich wieder eins passiert", erzählt Sento. "Egal wie stark es ist, große Schäden gibt es immer. Ich sehe es als meine Pflicht an, darüber einen Film zu machen." Drehen wird den Film Regisseur Kunitoshi Manda. Manda und Sento gelten als das japanische Dreamteam des Films mit Aussicht auf eine große Karriere.

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