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Fußball

Japan im WM-Viertelfinale, England noch nicht

Mit einem glatten 4:0 (3:0)-Sieg über Mexiko ist Japan ins Viertelfinale der FIFA-Frauenfußball-WM eingezogen. England kann sich nach dem knappen 2:1 (0:1) über Neuseeland noch nicht ganz sicher sein.

Japans Homare Sawa beim 1:0 Foto: Federico Gambarini dpa/lnw +++(c) dpa - Bildfunk+++

Homare Sawa bei Japans 1:0 gegen Mexiko

Die Fans in Mönchengladbach erlebten zunächst einmal verkehrte Verhältnisse. Die hoch favorisierten Engländerinnen hatten in der ersten Halbzeit zwar mehr vom Spiel und waren feldüberlegen, blieben dabei aber weitgehend harmlos. Sie schafften es nie, ein geordnetes Spiel aufzuziehen. Die Neuseeländerinnen verlegten sich von Beginn an auf schnelle Konter, mit denen sie die alles andere als sattelfeste Abwehr der Engländerinnen immer mal wieder in Verlegenheit brachten. Gleich mit ihrem ersten überfallartigen Angriff kamen sie zur 1:0-Führung. Begünstigt durch gleich mehrere Fehler der englischen Abwehr traf Gregorius in der 18. Minute. In der 38. Minute war es wieder Gregorius, die nach erneuten englischen Patzern fast sogar das 2:0 erzielt hätte. Die Engländerinnen, deren Passspiel viel zu ungenau war, hatten dagegen nicht eine wirklich gefährliche Torchance.

Jill Scott feiert ihr Ausgleichstor (AP Photo/Jens Meyer)

Jill Scott (l.) feiert ihr Ausgleichstor

Nach der Pause ging es zunächst so weiter und Neuseeland hätte kurz nach Wiederbeginn erhöhen können. Nach rund einer Stunde ließ die Kraft der Neuseeländerinnen langsam nach. Das englische Spiel wurde nun genauer und nach einer präzisen Flanke gelang Scott der Ausgleichstreffer zum 1:1 (63.). Zwar hatten die Engländerinnen danach zahlreiche Torgelegenheiten, aber die Neuseeländerinnen steckten nicht auf und waren bei ihren Kontern auch immer wieder gefährlich. Doch mit zunehmender Spielzeit wurde der Druck der Engländerinnen zu hoch und Clarke gelang in der 80. Minute das Tor, das England den knappen, letztlich aber nicht unverdienten 2:1 (0:1)-Sieg sicherte.

Japan schießt sich ins Viertelfinale

Von der ersten Minute an überrannten die Japanerinnen in Leverkusen die mexikanische Elf, für das Team aus Asien gab es nur die Offensive. Mexiko begann viel zu passiv – und dann war auch schon alles vorbei. Mit dem erfrischenden Offensivspiel der Japanerinnen kam Mexiko auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit überhaupt nicht zurecht und sah sich schon nach 15 Minuten mit einem 0:2-Rückstand konfrontiert. Sawa in der 13. und Ohno in der 15. Minute sorgten praktisch schon für den japanischen Sieg, der nach dem 3:0 (39.) durch Sawa endgültig feststand. Die Japanerinnen erzielten noch einen weiteren Treffer, der aber fälschlicherweise wegen Abseits nicht anerkannt wurde. Es hätten auch noch weitere Tore für die spielfreudigen Japanerinnen fallen können, bei jedem Angriff mussten die Mexikanerinnen zittern.

In der zweiten Halbzeit blieben die Japanerinnen offensiv, gingen aber nicht mehr mit letzter Konsequenz zur Sache. So blieb es bei einem weiteren Tor durch Sawa mit ihrem dritten Treffer in der 80. Minute und damit einem 4:0 (3:0)-Endstand. Selbst gegen die zurückhaltender spielenden ,aber trotzdem weiterhin in allen Belangen überlegenen Japanerinnen hatten die Mexikanerinnen nicht den Hauch einer Chance und blieben über die gesamte Spielzeit ohne echte Torgelegenheit.

Japan führt nun in der Gruppe B mit 6 Punkten vor England, das 4 Punkte auf dem Konto hat. Bei einer Niederlage der Engländerinnen gegen Japan könnte Mexiko, das bisher einen Punkt hat, mit einem hohen Sieg über Neuseeland die Engländerinnen noch abfangen

Diskussionen über Birgit Prinz

Birgit Prinz im Spiel gegen Nigeria (AP Photo/Michael Probst)

So kam Birgit Prinz gegen Nigeria nur selten zum Zug

Bundestrainerin Silvia Neid hatte nach dem Spiel gegen Nigeria geklagt, sie hätte noch keine Spielerin ohne Verband gesehen. Doch einen Tag nach dem knappen 1:0-Sieg waren die harte und unfaire Spielweise der Afrikanerinnen und die indiskutable Schiedsrichterleistung innerhalb des deutschen Teams kein großes Thema mehr. Zweifellos half allen Spielerinnen die Meldung, dass sich die verletzt ausgewechselte Melanie Behringer "nur" eine Außenbanddehnung im rechten Sprunggelenk zugezogen hat und eventuell in der nächsten Partie schon wieder spielen kann, die eigenen Blessuren zu ignorieren.

Weiter gingen dagegen die schon nach der ersten Partie begonnenen Diskussionen über Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz. Die Kritiker sind sich einig, dass sie wieder ein Fremdkörper in der Mannschaft war. Das sehen ihre Mitspielerinnen freilich ganz anders. Sie stellten sich deutlich hinter Prinz und betonten, dass die 33-Jährige immer noch wichtig für das deutsche Spiel wäre. Am deutlichsten sprach Nadine Angerer aus, "dass Birgit bei uns in der Mannschaft nicht zur Diskussion steht". Nur Inka Grings meinte, "sie weiß selbst, dass sie nicht die besten Spiele macht". Die etwas unwirsche Reaktion bei ihrer Auswechslung nahm ihr offensichtlich keiner übel, und die Bundestrainerin forderte alle auf, man solle Prinz jetzt doch "einfach mal in Ruhe lassen".

Selbstkritik und Umzug

Simone Laudehr im Spiel gegen Nigeria (AP Photo/Matthias Schrader)

Simone Laudehr war gegen Nigeria mit die beste Spielerin

Ziemlich kritisch gingen die Spielerinnen selbst am Tag danach mit ihrer Leistung um. "Es ist immer noch so, dass wir keine gute Leistung gezeigt haben, das wussten wir gestern Abend auch schon. Und man ärgert sich natürlich schon ein wenig darüber", gab Kim Kulig auf der Pressekonferenz zu. Eine Ursache für die Probleme sah Simone Laudehr im Ehrgeiz der anderen Teams: "Es versucht jede Mannschaft den zweimaligen Weltmeister zu stürzen. Es ist halt einfach auch nicht leicht". Der große Zuschauerzuspruch übt laut Kim Kulig keinen negativen Einfluss aus: "Also ich persönlich glaube nicht, dass die Menschenmasse etwas mit unserem Spiel zu tun hat. Dafür sind wir schon selbst verantwortlich". Allen war klar, dass man es wieder nicht geschafft hatte, zu den üblichen Spielzügen zu kommen, aber Simone Laudehr sah auch etwas Positives: "Wir haben trotzdem versucht zumindest auf das Tor zu spielen und haben gekämpft. Und das ist wichtig".

Für die Spielerinnen stand dann der Umzug nach Düsseldorf an. In der Nachbarstadt Mönchengladbach geht es am kommenden Dienstag (05.07.2011) im letzten Vorrundenspiel gegen Frankreich noch um Platz eins oder zwei in der Gruppe A, nachdem der Viertelfinaleinzug mit dem Sieg gegen Nigeria ja bereits gesichert wurde. Bis dahin sollen die Verletzungen auskuriert werden, und Silvia Neid will etwas für die Stimmung ihrer Spielerinnen tun, damit die nicht zu übersehende Verkrampfung verschwindet und die Lockerheit aus der Vorbereitung zurückkehrt.

Autor: Wolfgang van Kann
Redaktion: Tobias Oelmaier

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