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Aktuell Asien

Japan gedenkt der Tsunami-Opfer

Vor genau drei Jahren suchten ein schweres Erdbeben und ein Tsunami den Nordosten Japans heim. Tausende Menschen starben. Im AKW Fukushima kam es zum Super-GAU - was die Regierung aber nicht mehr sonderlich beeindruckt.

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Erinnern an die Katastrophe

In zahlreichen Städten im Katastrophengebiet wurden um 14:46 Uhr Ortszeit (06:46 Mitteleuropäischer Zeit MEZ) die Sirenen Tsunami-Alarm geben. Genau zu dieser Uhrzeit ereignete sich am 11. März 2011 ein heftiges Beben vor der japanischen Küste, das eine verheerende Flutwelle auslöste. Dadurch wurde auch das direkt am Meer gelegene Atomkraftwerk von Fukushima schwer beschädigt, es kam zur Kernschmelze.

Nach Angaben der japanischen Behörden kamen in Folge des Erdbebens und des Tsunamis 15.884 Menschen ums Leben. 2636 Personen gelten noch immer offiziell als vermisst.

Auf der Flucht

In Folge des Super-GAUs in Fukushima kam zwar niemand unmittelbar ums Leben. Nach einer Erhebung der japanischen Zeitung "Tokyo Shimbun" sind jedoch bereits mehr als 1000 Menschen an den gesundheitlichen Folgen des jahrelangen Lebens auf der Flucht vor der radioaktiven Strahlung gestorben. Besonders alte Menschen leiden vielfach unter Depressionen, Vereinsamung und den veränderten Essgewohnheiten.

Bewohner Tokios halten um 14.46 Uhr (Ortszeit) - dem Beginn des Sirenen-Alarms vor drei Jahren - inne (Foto: Reuters)

Bewohner Tokios halten um 14.46 Uhr - dem Beginn des Sirenen-Alarms vor drei Jahren - inne

Erschwert wird die Lage dadurch, dass der Wiederaufbau nur schleppend vorankommt. Mehr als 100.000 Menschen leben weiter in Behelfsunterkünften. Das Landwirtschaftsministerium in Tokio gab dieser Tage bekannt: Immerhin rund 70 Prozent der beim Tsunami zerstörten Agrarflächen könnten von diesem Frühjahr an wieder benutzt werden. Auch seien mittlerweile 143 der 319 zerstörten Fischereihäfen wieder vollständig aufgebaut.

Derweil lässt der Staat Millionen von Kubikmetern verstrahlter Erde abtragen. Über weitläufige Gebiete stapeln sich schwarze Säcke mit verstrahltem Abraum. Viele Menschen bezweifeln jedoch den Sinn dieses gigantischen Aufwands, da von den Bergen bei Regen immerzu neues verstrahltes Material nachrutsche.

Auf dem richtigen Weg?

Ministerpräsident Shinzo Abe machte am Vorabend des Jahrestages der Katastrophe unmissverständlich deutlich, dass er wieder Atomkraftwerke ans Netz bringen will. "Ich möchte Reaktoren hochfahren, die gemäß den strikten Sicherheitsauflagen der Atomaufsicht für sicher befunden wurden und zugleich das Verständnis der lokalen Bevölkerung gewinnen." Vor dem Unfall in Fukushima hatten Atomkraftwerke in Japan zu etwa 30 Prozent zur Stromversorgung des Landes beigetragen.

sti/wa/kle (afp, dpa)

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