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Welt

Japan errichtet Sperrzone um Fukushima

Wegen der hohen Radioaktivität ist die Gegend um das beschädigte Atomkraftwerk Fukushima zum Sperrgebiet erklärt worden. Immer wieder waren Flüchtlinge in ihre Wohnungen zurückgekehrt, um letzte Habseligkeiten zu bergen.

Atomanlage in Fukushima (Foto: AP)

Die Gegend um das Atomkraftwerk darf nur noch unter Aufsicht betreten werden

Das Risiko war für die Behörden schließlich doch zu groß. Sechs Wochen nach der Atomkatastrophe hat die japanische Regierung eine Sperrzone um das stark beschädigte Atomkraftwerk Fukushima eingerichtet.

Niemand mehr darf die Umgebung des AKW im Umkreis von 20 Kilometern ohne Genehmigung betreten. Das erkärte Ministerpräsident Naoto Kan am Donnerstag (21.04.2011) bei einem Besuch der gleichnamigen Provinz Fukushima.

Rechtliches Mittel

Bereits kurz nach der Havarie des Meilers, die durch das verheerende Erdbeben und den anschließenden Tsunami am 11. März verursacht worden war, hatte die Regierung das Gebiet zu einer Evakuierungszone erklärt. Ein Verbot, die Gegend zu betreten, gab es aber nicht.

Japaner in Schutzkleidung bei Bergungsarbeiten (Foto:dpa)

Nur in Schutzkleidung darf die Sperrzone betreten werden

Trotz der Gefahr durch die radioaktive Strahlung waren immer wieder frühere Anwohner auf eigene Faust in ihre Häuser zurückgekehrt, um in der Eile zurückgelassene Gegenstände noch zu retten. Bislang fehlten der Polizei aber die rechtlichen Mittel, sie daran zu hindern.

Nur kurzer Besuch erlaubt

Das wird künftig nur noch mit ausdrücklicher Genehmigung und unter Auflagen möglich sein. Außerdem darf nur eine Person pro Haushalt das Gebiet für etwa zwei Stunden betreten.

Die Menschen müssen dabei Schutzkleidung und ein Dosimeter tragen, mit dem die akute Strahlenbelastung gemessen wird, erklärte Regierungssprecher Yukio Edano in Tokio. Menschen, deren Wohnungen in einem Umkreis von drei Kilometern um das havarierte Kraftwerk liegen, dürfen dieses Gebiet gar nicht mehr betreten.

Regierungschef trifft Flüchtlinge

Regierungschef Kan, der wegen seines zögerlichen Umgangs mit der Katastrophe erheblich unter Druck steht, will sich bei seinem Besuch in der Region unter anderem mit Evakuierten in Notunterkünften treffen.

Kan beim Besuch von Notunterkünften im März 2011 (Foto: AP)

Ministerpräsident Kan (M.) steht politisch unter Druck

Rund 28.000 Menschen hatten ihre Wohnungen verlassen müssen. Bei Kontrollen trafen Polizisten zuletzt aber immer noch auf rund 60 Familien, die nach wie vor in dem Gebiet lebten. Regierungssprecher Yukio Edano sagte, sie seien aufgefordert worden, die Gegend zu verlassen, da ein erhebliches Risiko für ihre Gesundheit bestehe.

Der AKW-Betreiber Tepco hatte am Wochenende erklärt, er hoffe, in sechs bis neun Monaten die beschädigten Reaktoren von Fukushima stabilisieren zu können. Dieser Zeitplan könne aber nur eingehalten werden, wenn "alles reibungslos" verlaufe, sagte Edano.

Autorin: Eleonore Uhlich (afp,dpa)
Redaktion: Nicole Scherschun

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