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Wirtschaft

Janet Yellen zögert: US-Leitzins unverändert

Die jüngsten US-Konjunkturdaten haben nicht überzeugt, und auch die Inflation hat an Schwung verloren. Deshalb lässt die US-Notenbank Fed die Zinsen unverändert und vertagt sich vermutlich auf Dezember.

Die US-Notenbank Fed hält den Leitzins nach zwei Erhöhungen in diesem Jahr vorerst konstant. Sie beließ ihn am Mittwoch in der Spanne zwischen 1,0 und 1,25 Prozent. Experten hatten damit gerechnet, nachdem die Währungshüter um Fed-Cefin Janet Yellen den geldpolitischen Schlüsselsatz erst im Juni auf das aktuell gültige Niveau gehievt hatten. Die Notenbänker wollen noch dieses Jahr nachlegen - wann, ist jedoch unklar.

Die Fed betonte lediglich, die konjunkturelle Entwicklung mache "schrittweise Erhöhungen" erforderlich. Da die Konjunktur wieder rund läuft, will Yellen sie nicht mehr so stark anschieben und die billiardenschwere Bilanzsumme abschmelzen. Dieses Vorhaben solle "relativ bald" in Angriff genommen werden, kündigte die Fed an.

Experten rechnen für September mit der Veröffentlichung eines detaillierten Plans. Die Fed hat ihr Portfolio mit dem massiven Ankauf von Wertpapieren in den Jahren nach der Weltfinanzkrise auf 4,5 Billionen Dollar anwachsen lassen. 

"Fuß vom Gas nehmen"

In Europa hatte sich zuletzt Österreichs Notenbankchef Ewald Nowotny für ein behutsames Herunterfahren der billionenschweren Anleihenkäufe der EZB ab dem kommenden Jahr ausgesprochen. "Ich halte es für klug, langsam vom Gas zu gehen", hatte das EZB-Ratsmitglied am Dienstag den "Salzburger Nachrichten" gesagt. Die EZB müsse sich bald klar äußern, da das Anleihen-Kaufprogramm zum Jahresende ablaufe. "Die Frage ist nicht wann, sondern wie es weitergeht", sagte Nowotny. Das werde von den wirtschaftlichen Perspektiven für 2018 abhängen, die die EZB im Herbst haben werde.  

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann habe zuletzt gesagt, man solle den Fuß vom Gaspedal nehmen. "Ich glaube, das ist ein sehr gutes Bild", sagte Nowotny. Es gehe nicht um eine abrupte Bremsung. Zu einem konkreten zeitlichen Fahrplan für den Ausstieg aus den Bondkäufen äußerte sich Österreichs Notenbank-Chef skeptisch: "Auch die US-Notenbank hat das Tapering (allmähliche Rücknahme der Anleihekäufe; Anm. d. Red.) eingesetzt, ohne sich auf einen festen Zeitplan zu verpflichten."  

Die EZB und die nationalen Notenbanken des Euro-Raums erwerben seit März 2015 in großem Stil Staatsanleihen und andere Wertpapiere. Damit wollen sie die Konjunktur anheizen und für mehr Inflation im Währungsraum sorgen. Aktuell erwerben die Währungshüter Wertpapiere im Volumen von 60 Milliarden Euro im Monat. Das Gesamtprogramm soll bis Jahresende ein Volumen von 2,28 Billionen Euro erreichen.      

wen/ww (dpa, rtrd)