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Kultur

James Brown ist tot

Der legendäre US-Soulsänger starb im Alter von 73 Jahren. Am Weihnachtswochenende war er mit einer schweren Lungenentzündung in ein Krankenhaus in Atlanta eingeliefert worden.

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"Godfather of Soul"

Brown hatte sich am Wochenende wegen einer Lungenentzündung in die Klinik begeben. Der 73-jährige Sänger und Entertainer starb in einem Krankenhaus in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia am frühen Montagmorgen (Ortszeit), sagte Browns Agent Frank Copsidas nach US-Medienberichten.

James Brown still in concert

Das legendäre Bühnentier 2002

Kurz vor seinem Klinikaufenthalt war Brown noch aufgetreten. Weitere Konzerte waren für die kommende Woche vorgesehen. Noch vor drei Jahren gastierte Brown auch in Deutschland.

Brown, der sich selbst den Spitznamen "Godfather of Soul" gab, war einer der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts. Zu seinen größten Hits zählen "Sex Machine", "It's a Man's World" und "I Feel Good". Sein Titel "Say It Loud (I'm Black and I'm Proud)" wurde in den turbulenten 1960er Jahren zur Hymne der schwarzen Bürgerrechtsbewegung. Sein Musik-, Gesangs- und Tanzstil prägt ganze Generationen von Musikern. Er wurde zu einem der wichtigsten Wegbereiter des Funk, Rap und Hip-Hop. Legendär sind die theatralisch inszenierten Konzerte, in denen der auch als "Mr. Dynamite" verehrte Sänger oft zum Höhepunkt in die Knie ging, sich von einem Bandmitglied einen Umhang überlegen ließ und dann Songs eine halbe Stunde lang stöhnend aufbaute, bis es kein Fan mehr vor Begeisterung auf dem Stuhl hielt. Eine Kostprobe seines Talents gab er unter anderem in dem Kultfilm "The Blues Brothers", in dem er einen Prediger mimt, der seiner Gemeinde mit einem Gospel-Chor einheizt.

Armut, Reichtum, Ruhm

Brown wuchs in extremer Armut auf. Doch mit seinen Hits gelangte er zu Reichtümern, die ihm einen luxuriösen Lebensstil erlaubten. Er spielte über 50 Alben ein und schaffte es mit mehr als 100 Liedern in die Hitlisten. Seinen erfolgreichsten Lauf hatte er zwischen 1960 und 1977, als jede seiner Aufnahmen in den Top-100 landete. Doch auch in den Jahren danach überraschte er immer wieder mit riesigen Verkaufserfolgen. Für seinen 1985 entstandenen Hit "Living in America", den er in einem der "Rocky"-Boxerfilme aufführte, bekam er seinen ersten Grammy. 1992 wurde er mit dem Musik-Oscar für sein Lebenswerk geehrt.

James Brown

Brown vor Gericht (2002)

Mehrfach geriet Brown mit dem Gesetz in Konflikt. Er wurde mehrfach wegen Drogen- und Waffenbesitzes verurteilt. Ende der 1980er Jahre musste er ins Gefängnis, da er seine Frau mit einer Waffe bedroht hatte und sich anschließend eine Verfolgungsjagd mit der Polizei lieferte, die erst mit Schüssen in die Reifen von Browns Fluchtwagen endete.

(sams)