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Asien

Jakarta wird "strategischer Partner"

Bundeskanzlerin Merkels Reise nach Indonesien unterstreicht die traditionell guten Beziehungen Deutschlands zu Indonesien - ein Wachstumsmarkt mit besonderer Bedeutung in Zeiten der Euro-Krise.

Seit 1952 unterhält Deutschland diplomatische Beziehungen mit dem südostasiatischen Inselstaat. Angesichts seiner stark wachsenden Wirtschaft (über sechs Prozent) und jungen Bevölkerung stehen die wirtschaftlichen Beziehungen – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Krise des Euroraums – derzeit im Fokus. Deutsche Exporte nach Indonesien stiegen im Jahr 2011 um 5,3 Prozent, während die indonesischen Exporte nach Deutschland sogar um 16,8 Prozent stiegen.

Tänzerin auf einer Brücke in Jakartain Jakarta zur Wiederbelebung toter Gewässer. (Foto: AP)

Symbolischer Tanz in Jakarta zur Wiederbelebung toter Gewässer. Auch ein Markt für deutsche Umwelttechnologie.

Indonesien ist für ausländische Investoren ein attraktives Ziel, zumal aus Deutschland. Davon ist Wirtschaftsexperte Haryo Aswicahyono von Centre for Strategic and International Studies (CSIS) in Jakarta überzeugt. "Aufgrund seines hohen Wirtschaftswachstums braucht Indonesien viele Investitionsgüter, wie zum Beispiel für den Bau von Fabriken, aber auch Maschinen. Hier hat Deutschland einen Vorteil wegen der guten Qualität seiner Produkte. Auch im Energiesektor und im Bergbau gibt es noch vielversprechende Investitionsmöglichkeiten", meint Aswicahyono.

Made in Germany geschätzt

Präsident Susilo Bambang Yudhoyono (Foto: AP)

Präsident Susilo Bambang Yudhoyono ("SBY") ist seit 2004 im Amt.

Indonesien schätzt die hohe Qualität der deutschen Produkte. Der Unternehmer Hendri Kusdian sagte, die Preise von Maschinen aus Deutschland seien zwar höher als vergleichbare Produkte aus anderen Ländern, aber man könne sich auf deutsche Produkte verlassen. Mit seiner Firma Kwarsindo importiert er gebrauchte Anlagen zur Bioabfallverarbeitung aus Deutschland. Die Konkurrenten aus Asien hätten ähnliche Maschinen im Angebot, aber in geringerer Qualität und Leistung, so Kusdian.

Rund 250 deutsche Firmen sind in Indonesien tätig. Unter ihnen sind große Unternehmen wie Siemens, BASF, Beiersdorf, Merck, Henkel, DHL, Schenker, Lufthansa, BMW und Mercedes.

Ausländische Investoren klagen häufig über bürokratische Hemmnisse und Korruption. Trotzdem glaubt Wirtschaftsexperte Aswicahyono, dass sie auch weiterhin nach Indonesien kommen werden. "Die Anleger entscheiden sich für Indonesien wegen der hohen Gewinne. Viele deutsche Firmen operieren schon lange in Indonesien und kennen die Situation ziemlich gut."

Keine Furcht vor Islamisten

Eine junge Familie in Indonesien (FOto: picture alliance)

Über ein Viertel der 240 Millionen Einwohner ist jünger als 15 Jahre.

Für ausländische Investoren ist politische Stabilität ein wichtiger Faktor bei ihren Entscheidungen. In jüngster Zeit sind zwar verstärkt islamistische Gruppen in der Öffentlichkeit aufgetreten, die eine antiwestliche Stimmung schüren möchten. Aber sie haben keinen großen Einfluss in Politik und Gesellschaft. Die meisten Indonesier lehnen den islamistischen Fundamentalismus ab. Jan Rönnfeld, Leiter der Deutsch-Indonesischen Handelskammer EKONID in Jakarta, schaut in dieser Hinsicht unbesorgt in die Zukunft. Indonesien sei ein politisch und gesellschaftlich stabiles Land, von Seiten der islamistischen Gruppen drohe bisher keine Gefahr für das Engagement ausländischer Investoren.

Der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel vom 09. bis 11. Juli soll die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit verbessern. Beide Seiten wollen jetzt auch eine sogenannte "strategische Partnerschaft" eingehen. Das ist nach Meinung von EKONID-Leiter Rönnfeld nur natürlich. Deutschland als größtes Land in der EU und Indonesien als größtes Land innerhalb der südostasiatischen Staatenverbundes ASEAN könnten bei der Durchsetzung gemeinsamer Interessen Allianzen bilden, etwa innerhalb der G-20.