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Welt

"Jahrtausendziel" in greifbarer Nähe

Die Vereinten Nationen melden Erfolge im Kampf gegen Armut, Krankheiten und Unterentwicklung. Doch um manche Länder und Regionen macht der Fortschritt weiterhin einen großen Bogen.

Afrikanisches Mädchen vor Wellblechhütte (Foto: AP)

Unübersehbare Armut: Mädchen in afrikanischem Slum

Die Vereinten Nationen geben sich optimistisch: Bis 2015 werde vermutlich das Ziel erreicht, die Armut im Vergleich zu 1990 um die Hälfte zu reduzieren, heißt es in einem am Donnerstag (07.07.2011) in New York und Genf veröffentlichten UN-Bericht. Trotz Wirtschafts- und Finanzkrise scheine das Wachstum in den Entwicklungsländern dafür ausreichend groß. Der Anteil der Armen in der ganzen Welt könnte nach Einschätzung der Vereinten Nationen bis 2015 sogar unter die 15-Prozent-Marke fallen - angepeilt waren in den sogenannten "Millenniumszielen" lediglich 23 Prozent.

Deutlich verringert hat sich laut UN-Bericht auch die Zahl der Kinder, die vor ihrem fünften Lebensjahr sterben. Sie ist von mehr als zwölf Millionen im Jahr 1990 auf rund acht Millionen im Jahr 2009 gesunken: Damit sterben täglich rund 12.000 Kinder weniger. Die Wahrscheinlichkeit, an Malaria zu sterben, konnte zwischen 2000 und 2009 durch einen deutlichen Anstieg der Hilfsmittel und bessere Kontrolle um 20 Prozent gesenkt werden. Auch HIV-Neuinfizierungen gehen stetig zurück.

"Ein langer Weg"

Ban Ki Moon (Foto: dapd)

Wacht über die Einhaltung der "Millenniumsziele": UN-Generalsekretär Ban Ki Moon

"Die Millenniumsziele haben bereits Millionen Menschen aus der Armut geholt, unzählige Kinderleben gerettet und sichergestellt, dass sie die Schule besuchen", erklärte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. "Sie haben die Sterberate von Müttern reduziert, Möglichkeiten und Chancen für Frauen vergrößert, den Zugang zu sauberem Trinkwasser gesteigert und viele Menschen von tödlichen und schwächenden Krankheiten befreit."

Doch der Bericht mache zugleich deutlich, dass "noch ein langer Weg vor uns liegt", betonte Ban. Denn die Fortschritte seien ungleich verteilt und zu viele Menschen könnten davon nicht profitieren. Vor allem in Afrika südlich der Sahara lebten viele Menschen unter unwürdigen Bedingungen.

Erhebliche Unterschiede

In vielen Ländern sei auch die Arbeitslosigkeit immer noch auf hohem Niveau. Auch die Unterschiede zwischen Arm und Reich sowie zwischen städtischen und ländlichen Regionen blieben erheblich. Die Ungerechtigkeiten seien in zahlreichen Staaten auf die ungenügenden Bildungsmöglichkeiten von Mädchen und Frauen zurückzuführen. Etwa 2,6 Milliarden Menschen hätten immer noch keinen Zugang zu sanitären Anlagen und Abwasserentsorgung.

Abwasserkanal in Lagos (Foto: DW)

Krankmachendes, massives Problem in etlichen Ländern: Die Abwasserentsorgung

350.000.000.000 $

Ban appellierte an die reichen Länder, ihre Entwicklungshilfe aufzustocken. Derzeit geben die Industrienationen nach UN-Angaben rund 130 Milliarden US-Dollar jährlich für die Umsetzung der im Jahr 2000 festgeschriebenen Millenniumsziele aus. Nötig seien jedoch 350 Milliarden Dollar pro Jahr.

Autor: Christian Walz (kna, epd, dpa, afp)
Redaktion: Susanne Eickenfonder

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