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Amerika

Jahrhundertflut rollt den Mississippi hinab

Der "Ol' Man River" bedroht seine Anwohner. Nach ungewöhnlich heftigen Regenfällen ist der Mississippi in den letzten Tagen auf ein Rekordhochwasser angestiegen. Eine immense Flutwelle bahnt sich den Weg nach Süden.

Überflutete Landschaft (Foto: AP)

Die Wassermassen kommen

Karte der USA mit dem Fluss Mississippi und den Städten St. Louis, Memphis und New Orleans (Grafik: DW)

1937 gab es die letzte Flutkatastrophe am Mississippi

In der Nacht zu Dienstag (10.05.2011) meldeten die Behörden, dass der Scheitelpunkt mit rund 14,5 Metern zeitnah die Stadt Memphis im Bundesstaat Tennessee erreichen wird. Erste Häuser und Wohncontainer wurden überflutet, rund 1300 Menschen wurden aufgefordert, sich vorsorglich in Sicherheit zu bringen. Die 920.000-Einwohner-Stadt, bekannt als "City of Rythm and Blues", erlebt damit das höchste Hochwasser seit fast 75 Jahren.

1937 überfluteten die Wassermassen die Regionen entlang des Stromes, der zu den längsten Flüssen der Welt zählt. Hunderte Menschen starben bei den Überschwemmungen. Eine Fläche von 80.000 Quadratkilometern wurde damals in den US-Staaten Arkansas, Illinois, Kentucky, Louisiana, Missouri und Tennessee überflutet.

Sind die Dämme sicher?

Mann fotografiert ddie Schäden (Foto: AP)

Sicherheitskräfte kontrollieren die Dämme

Hauptgründe für die Jahrhundertflut sind die ungewöhnlich starken Regenfälle in den letzten Wochen. Hinzu kamen weitere Wassermassen aufgrund der Schneeschmelze. Erste, größere Schäden hat die Jahrhundertflut schon verursacht. Aber vergleichbare Ausmaße wie 1927 soll es nicht geben können, wie Oberst Vernie Reichling vom Armeekoprs der Ingenieure erklärt. Denn die Dämme werden nach seiner Ansicht auf jeden Fall den Wassermassen standhalten. "Es gibt keinen Grund, unseren Dämmen zu misstrauen." Rund 150 Spezialisten der Armee sind im Einsatz, die Deiche entlang des Flusses zu kontrollieren.

Auch andere Teile des Mississippi-Gebietes sind betroffen. So wurden Farmen und Wohnhäuser überschwemmt. Im Bundesstaat Tennessee erreichte der Mississippi eine Breite von sechs Kilometern. Das ist sechsmal mehr als sonst.

See geflutet

Überfluteter Raum (Foto: AP)

Erste Schäden

Um das Flusssystem zu entlasten, ließen die Behörden nördlich von New Orleans einen Ablauf öffnen. Damit fließt das Hochwasser in den großen, aber flachen Pontchartrain-See und von dort in den Golf von Mexiko. Dies bedeutet aber nicht, dass der Wasserpegel schnell sinken könnte. Meteorologen rechnen mit einem sehr langsamen Rückzug des Pegels von höchstens einigen Zentimetern pro Tag, wie die Zeitung „"Memphis Daily News" meldete. Die Behörden machten darauf aufmerksam, dass dadurch die Lage kritisch bleibt.

"Dieses Wasser ist gefährlich", erklärte einer der Katastropheneinsatzleiter. "Wir haben es dann immer noch mit einer sehr ernsthaften Bedrohung zu tun." Präsident Barack Obama erklärte Teile der betroffenen Staaten zu Katastrophengebieten. Auch in den nächsten Tagen geht die Bedrohung durch die Mississippi-Flut weiter. Der Scheitelpunkt wird in den Staaten Mississippi und Louisiana erwartet.

Autorin: Marion Linnenbrink (afp, dpa)
Redaktion: Michael Wehling