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Kultur

Jahrhundertflut in Sachsen und Bayern

Tausende Menschen kämpfen um Hab und Gut, es gibt Tote und Vermisste, das Bundeskabinett hat sich eingeschaltet. In Sachsen fiel soviel Regen wie sonst in einem halben Jahr. Noch ist kein Ende der Fluten abzusehen.

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Dramatische Situation in Grimma: Kirche als letzter Zufluchtsort

Die Jahrhundertflut hat am Dienstag (13.8.) weite Teile Sachsens und Bayerns unter Wasser gesetzt. Mindestens zwei Menschen kamen in den Wassermassen Sachsens ums Leben, sechs weitere werden vermisst. Die Vermissten in Sachsen stammen aus Glashütte, Heidenau, Freiberg, Aue und Flöha.

In Sachsen mussten insgesamt rund 30.000 Menschen evakuiert werden. Auch in Passau wurden Tausende aus Wohnungen und Krankenhäusern in Sicherheit gebracht. Neben Polizisten, Feuerwehrleuten und Freiwilligen halfen 1500 Bundeswehrsoldaten sowie 1000 Angehörige des Technischen Hilfswerks.

Soforthilfeprogramm der Bundesregierung

Überschwemmte Regionalbahnen

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) sagte in Passau den Flutopfern schnelle Hilfe zu. Er kündigte ein Soforthilfeprogramm in Höhe von vermutlich 100 Millionen Euro der Kreditanstalt für Wiederaufbau an. Auch Bayern wird den Opfern der Fluten helfen.

In der Grimmaer Frauenkirche waren zeitweise 50 bis 80 Menschen vom Hochwasser eingeschlossen. Ein Teil von ihnen konnte bis zum frühen Abend gerettet werden. In der überfluteten Innenstadt stürzten die ersten Häuser ein, die völlig durchfeuchtet waren. In Sachsen wurden die Landeshauptstadt Dresden und Orte im Erzgebirge am meisten in Mitleidenschaft gezogen. Der Dresdner Hauptbahnhof wurde wegen überschwemmter Gleise gesperrt, auch Semperoper, Zwinger, Landtag und Gemäldegalerie waren von der Wasserkatastrophe betroffen. Die Gemälde wurden ausgelagert. Bei der Flut handelt es sich nach den Worten von Ministerpräsident Milbradt um die größte Katastrophe, die Sachsen je widerfahren sei. Für Mittwoch wurde an der Elbe in Dresden ein Pegel von bis zu 7,75 Meter erwartet. Die kritische Marke liegt bei sieben Metern.

In der bayerischen Drei-Flüsse-Stadt Passau wurde um 13.45 Uhr mit 10,81 Metern der höchste Pegelstand erreicht. Weite Teile der Stadt sind überflutet. Am Nachmittag sank der Wasserstand nur um einige Zentimeter. Katastrophenalarm wurde am Dienstagabend in den Kreisen Bitterfeld und Meißen ausgelöst.

Trittin: Globale Erwärmung verursacht dieses Wetter

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) machte erneut den Treibhauseffekt als Ursachen für Flutkatastrophen in Europa mit verantwortlich. "Es ist unübersehbar, dass die Wetterkapriolen mit den Klimaveränderungen und der Erderwärmung zu tun haben", sagte Trittin im deutschen Fernsehen. Der Minister warnte jedoch vor Panik. Man dürfe jetzt aber nicht jedes Gewitter mit der globalen Erwärmung erklären. Trittin reist an diesem Mittwoch in das Hochwassergebiet in Sachsen und Sachsen-Anhalt, um sich ein Bild von der Lage zu machen. (dk)

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