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Sport

Jagd auf den dreifachen Weltmeister

Die Formel 1 startet in die neue Saison und Sebastian Vettel ist der Mann, den es zu schlagen gilt. Besonders für Ferrari-Pilot Fernando Alonso zählt nichts als der Titel. Aber nicht nur er rechnet sich etwas aus.

"Alle gegen Vettel" – so lautet das Motto, wenn am Sonntag (17.03.2013) die Formel 1 in ihre neue Saison startet. Beim Großen Preis von Australien in Melbourne richten sich alle Blicke auf den 25-jährigen Deutschen, der zuletzt dreimal in Folge Weltmeister werden konnte. Besonders Ferrari-Pilot Fernando Alonso beobachtet seinen ärgsten Konkurrenten genau. Im vergangenen Jahr musste er sich Vettel mit nur drei Punkten, in der Saison 2010 mit lediglich vier Zählern jeweils knapp geschlagen geben. Diese Niederlagen nagen an dem stolzen Spanier, der sich selbst als eine Art Anführer innerhalb des Fahrerlagers sieht – zumal Rekordweltmeister Michael Schumacher, der diese Rolle bislang inne hatte, seine Karriere beendet hat.

Vettel dagegen gibt sich – wie immer – äußerlich gelassen. Das kann er auch, schließlich war er in den vergangenen drei Jahren der beste und konstanteste Fahrer. Jedes Mal, wenn es darauf ankam, hat er Alonso in die Schranken verwiesen. Dennoch brennt auch der Red-Bull-Pilot auf neue Erfolge. Nichts anderes als der vierte WM-Titel ist sein Ziel: "Fakt ist, dass wir die letzten drei Titel geholt haben, was ein harter Kampf war", sagt Vettel und hofft auf einen guten Start in die neue Saison. "Man muss von Anfang an versuchen, sich einen Vorsprung zu anderen Teams zu erkämpfen. Aber es geht bei Null los und jeder hat die gleichen Voraussetzungen." Den letzten Satz darf man wohl in Zweifel ziehen – Red Bull und Ferrari haben gemeinsam mit den Teams Williams, Mercedes und McLaren zumindest finanziell einen Vorteil gegenüber dem Rest des Feldes.

Silberpfeile könnten überraschen

Hinter Alonso, dem Weltmeister von 2005 und 2006, zählen die üblichen Verdächtigen zum Kreis der Titelfavoriten: Jenson Button, der Titelträger von 2009, im McLaren, Lewis Hamilton, der sich 2008 die WM-Krone aufsetzte, im Mercedes-Silberpfeil und Kimi Räikkönen, der Weltmeister von 2007, der in der vergangenen Saison gezeigt hat, dass man auch mit einem Lotus-Renault Rennen gewinnen kann.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff mit den Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg bei der Präsentation des neuen Mercedes-Silberpfeils(Foto: dpa)

Bei den Testfahrten konnten Hamilton (2.v.l.) und Rosberg (2.v.r.) im Mercedes-Silberpfeil überzeugen

Besonders die Rolle, die Hamilton in der diesjährigen Formel-1-Weltmeisterschaft spielt, wird mit Spannung erwartet. Der 28-jährige Brite und sein Teamkollege Nico Rosberg sitzen in einem offenbar verbesserten Silberpfeil. Nachdem der Mercedes in den vergangenen drei Jahren abgesehen von einem Sieg durch Rosberg im April 2012 in China meist nur hinterherfuhr, überraschten beide Piloten bei den Testfahrten zur neuen Saison mit herausragenden Rundenzeiten. Rosberg und Hamilton stellten die Konkurrenz in den Schatten. "Die Zuverlässigkeit, die Kilometerzahlen und die schrittweisen Verbesserungen, die wir während der drei Testphasen gemacht haben, sind sehr ermutigend", kommentierte Hamilton. "Wir werden definitiv an einem bestimmten Punkt in der Lage sein, ein Rennen zu gewinnen." Und vielleicht reicht es bei entsprechender Konstanz des Autos ja auch, um sogar ins Titelrennen einzugreifen. Das Potential dazu haben beide Fahrer.

Neben Vettel und Rosberg sind zwei weitere deutsche Piloten bei der diesjährigen Weltmeisterschaft dabei. Nico Hülkenberg ist von Williams zu Sauber gewechselt. Adrian Sutil kehrt nach einjähriger Pause zu seinem alten Team, dem indischen Rennstall Force India zurück.

Kaum Änderungen in Rennkalender und Reglement

Was die Strecken angeht, hat sich im Vergleich zur abgelaufenen Saison kaum etwas geändert. Erstmals seit fünf Jahren wurde kein neuer Grand Prix in den Rennkalender aufgenommen. Allerdings verringert sich die Zahl der Rennen von 20 auf nur noch 19 WM-Läufe. Der Große Preis von Europa in Valencia wird in diesem Jahr nicht ausgetragen. Die Premiere vor der Skyline New Yorks wurde wegen Problemen mit den Finanzen und bei der Fertigstellung des Stadtkurses vorläufig verschoben. 2014 soll die Formel 1 dann auch im russischen Olympia-Ort Sotschi Station machen. Und auch die Anzahl der Teams hat sich um eines reduziert - das spanische HRT-Team ist aus finanziellen Gründen nicht mehr dabei.

Frontpartie des Lotus mit Knick in der Nase (Foto: David Ebener/dpa)

Der Lotus ist eine der wenigen Wagen, der seinen Knick in der Nase behalten hat

Auch die Regeländerungen für die kommende Saison fallen moderat aus: Der Automobil-Weltverband FIA legt den Fokus wie immer auf die Sicherheit, aber auch die Optik spielt eine Rolle. So gehören die Stufen- oder Knicknasen größtenteils der Vergangenheit an. Mit ihnen hatten die Teams in der vergangenen Saison auf eine neue Sicherheitsregel reagiert, die ein Absenken der Fahrzeugspitze vorschrieb. Die neuen Frontflügel dürfen bei einer Last von 100 Kilogramm nicht mehr als 10 Millimeter nachgeben.

Das Mindestgewicht der Boliden steigt von 640 Kilogramm auf 642 Kilogramm. Damit wird den um zwei Kilogramm pro Satz schwereren Reifen Rechnung getragen. Vom Gesamtgewicht müssen mindestens 343 Kilogramm auf der Hinterachse lasten, mindestens 292 Kilogramm auf der Vorderachse. Nicht geändert hat sich die Regel, dass nach der Qualifikation mindestens ein Liter Restbenzin im Tank vorhanden sein muss. Neu ist dagegen, dass die Teams "höhere Gewalt" nicht mehr als Grund für eine geringere Restmenge anführen dürfen, um ihre Fehlkalkulation zu erklären. Damit sollen langwierige Diskussionen vermieden werden. Neu definiert worden ist, bis wann sich ein Fahrer gegen ein drohendes Überholmanöver mit einem Spurwechsel wehren kann. Sobald der vorderste Teil des Frontflügels neben dem Hinterrad des Vordermanns auftaucht, sind Schlenker ab sofort verboten. Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Durchfahrtstrafe. Und: Für 2013 ist im Gegensatz zum Vorjahr kein zusätzlicher Test im Laufe der Saison erlaubt. Zudem gilt für Januar ein generelles Testverbot.

Die hungrige Heidi

Der Formel-1-Tross ist nach Australien gereist, die letzten Vorbereitungen laufen, man wartet ungeduldig auf die erste grüne Startampel der Saison. Und mittlerweile ist auch das letzte noch offene Geheimnis der Saison-Vorbereitung gelüftet: der Name, den Sebastian Vettel seinem blauen Rennwagen gibt. Seit Jahren tauft der Titelverteidiger seinen Boliden auf einen Frauennamen, weil er glaubt, dass ihm das Glück bringt. Und nachdem er in den vergangenen Jahren mit Julie, Kate, Kate's Dirty Sister, Luscious Liz, Randy Mandy (2010), Kinky Kylie (2011) und Abbey (2012) unterwegs war, nimmt er in dieser Saison in Hungry Heidi Platz. Fernando Alonso, Lewis Hamilton und den anderen Konkurrenten wird es egal sein – sie wollen die Vorherrschaft des Deutschen nach drei Jahren endlich beenden.

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