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Filme

Jafar Panahi ist eingeschränkt glücklich

Man hatte ihm das Filmemachen verboten und er hat sich darüber hinweggesetzt. Der iranische Regisseur Panahi hat für seinen nach Deutschland geschmuggelten Film den Goldenen Bären erhalten. Nun äußert er sich zum Preis.

Der iranische Filmemacher Jafar Panahi ist glücklich über den

Goldenen Bären für seinen Film "Taxi"

bei der 65. Berlinale - aber mit einem Wermutstropfen: Er wäre glücklicher, wenn er wieder im Iran vernünftig arbeiten und seine Filme dort bei Filmfestivals zeigen dürfte, berichtet die Deutsche Presseagentur. "Natürlich bin ich glücklich, sowohl für mich als auch für die iranische Filmindustrie", sagte Panahi demnach am Sonntag (15.02.2015) der iranischen Nachrichtenagentur ILNA. Aber er hätte den Film lieber bei dem Fadschr Film Festival in Teheran gezeigt als in Berlin. "Jeder Filmemacher will, dass sein Film erst Zuhause gezeigt wird", sagte Panahi. Er habe daher auch der Filmabteilung im Kultusministerium mitgeteilt, dass sie "Taxi" doch beim Fadschr Festival - das auch im Februar stattfand - aufnehmen sollten. In dem Fall hätte er die Berlinale gebeten, den Film dort aus dem Wettbewerb zu nehmen. Die Behörden wollten dann laut Panahi eine Bedenkzeit - aber hätten sich nicht mehr gemeldet.

Filmszene aus Jafar Panahis preisgekröntem Film Taxi (Bild: Copyright: Berlinale)

Filmszene aus Jafar Panahis preisgekröntem Film "Taxi"


Die Kritik im Iran, dass die Berlinale seinetwegen zu einem Politikum geworden sei, lehnte Panahi entschieden ab. "Die Verantwortlichen reden immer von einer politischen Mauer im Ausland, obwohl sie erst mal die Mauern, die sie selbst errichtet haben, abschaffen sollten", sagte der Filmemacher. Besonders die iranische Filmindustrie sei seit Jahren politisiert - und zahlreiche Filme seien Opfer dieser Politisierung geworden. "Bevor man anderen eine Moralpredigt hält, sollte man zunächst vor der eigenen Tür kehren", so Panahi. Der Goldene Bär für Panahis Film "Taxi" sorgte bei den konservativen Medien im Iran für Kritik. Die Nachrichtenagentur Tasnim nannte die Preisverleihung "Höhepunkt der politischen Spielereien bei der Berlinale." Das Nachrichtenportal Maschregh bezeichnete die Entscheidung der Berlinale als ein politisches Zeichen gegen den Iran. Panahi habe den Preis bekommen, obwohl ein "Großer" wie Terrence Malick leer ausgegangen sei.

Filmproduktion dem Berufsverbot zum Trotz

Die iranische Regierung hatte gegen den oppositionellen Filmemacher im Jahr 2010 ein 20-jähriges Berufs- und Ausreiseverbot verhängt. Deshalb konnte Panahi bei der Berlinale-Preisvergabe in Berlin nicht persönlich anwesend sein und seinen Goldenen Bären entgegen nehmen. Seine zehnjährige Nichte, die auch in dem Film "Taxi" mitspielt, hat die Auszeichnung unter Tränen der Rührung für Panahi angenommen. Panahi hatte seinen neusten Film, in dem er als Taxifahrer auf der Fahrt durch Teheran mit unterschiedlichen Fahrgästen spricht, aus dem Iran nach Deutschland geschmuggelt. Bereits im Vorfeld der Berlinale hatte

der Iran die Festival-Leitung für die Teilnahme von Panahis Film kritisiert

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ld/fab (dpa)

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