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Kultur

Jürgen Chrobog und seine Familie sind frei

Glückliches Ende einer ungewöhnlichen Entführung: Der ehemalige Außenstaatssekretär und seine Familie hätten "die Geiselnahme ohne Schäden an Leib und Seele überstanden", so Außenminister Steinmeier.

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Drei Tage in Geiselhaft: Ex-Staatssekretär Chrobog und seine Frau

Jürgen Chrobog und seine Familie haben nach ihrer Freilassung im Jemen den Jahreswechsel in der Stadt Aden im Süden des Landes verbracht. Neujahr kamen sie nach Deutschland zurück.

Gewaltfreies Ende

Die Übergabe fand offenbar in der bergigen Schabwa-Region statt, rund 450 Kilometer östlich der Hauptstadt Sanaa. "Es hat eine Vereinbarung gegeben", sagte der jemenitische Botschafter in Deutschland, Yahya al-Abiad. Die Familie Chrobog sei "gesund und in guter Verfassung". Die Familie war am Mittwochmittag von Angehörigen eines jemenitischen Stammes entführt worden. Die Entführer sind am Samstag im Jemen festgenommen worden. Die vier Männer würden vor Gericht gestellt, sagte der Sprecher der jemenitischen Botschafters in Deutschland.

Auf und Ab

Die Geiselnehmer sind Mitglieder des Stammes der Abdallah. Sie verlangten die Freilassung von fünf Stammesangehörigen, die im Gefängnis sitzen, oder aber fünf Mitglieder eines rivalisierenden Clans sollten ebenfalls vor Gericht gestellt werden. Der mit der Sache vertraute Regierungsvertreter erklärte, die Behörden hätten zugesagt, sich mit den Entführern in den kommenden Wochen um eine Lösung bezüglich ihres Anliegens zu bemühen.

Präsident Ali Abdullah Salih hatte die beiden Unterhändler - Oberstleutnant Asis Malfi und den Parlamentsabgeordneten Awad Muhammad al Wasir - in die Schabwa-Region entsandt. Die Verhandlungen über die Freilassung hatte sich jedoch zur Nervenprobe entwickelt. Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier bat die Regierung in Sanaa dringend um eine schnelle und gewaltfreie Lösung.

Bis zu 300 Stammesleute, Scheichs und Politiker verhandelten laut Presseberichten zuletzt auf Hochtouren, um die Chrobogs noch vor Beginn des neuen Jahres freizubekommen. Doch die Gespräche gestalteten sich äußerst schwierig. Nicht weiter verwunderlich, war doch die Geiselnahme die letzte Eskalationsstufe in einem seit 13 Jahren schwelenden Stammeskonflikt. Es ging nicht um Lösegeld, nicht um den Bau einer Schule oder einer neuen Straße, wie bei früheren Entführungen.

Ironie des Schicksals

Die glimpflich ausgegangene Entführung des ehemaligen Außenamts-Staatssekretärs Jürgen Chrobog und seiner Familie gleicht einem Musterbeispiel für die Launen des Schicksals: Der 65-Jährige hatte vor einigen Jahren selbst einen Krisenstab des Auswärtigen Amtes zur Rettung verschleppter deutscher Sahara-Touristen geleitet, die in Algerien nach rund sechs Monaten Geiselhaft im Norden Malis freigelassen wurden. (arn)

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