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Aktuell Kultur

Jürgen Becker bekommt den Büchner-Preis

Er gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. In diesem Jahr geht der Georg-Büchner-Preis an den Schriftsteller und Lyriker Jürgen Becker.

Der Schriftsteller Jürgen Becker erhält den Georg-Büchner-Preis 2014. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt mit. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland." In seinem über Jahrzehnte gewachsenen Werk hat er die Gattungsgrenzen von Lyrik und Prosa beharrlich neu vermessen und verändert", begründete die Akademie ihre Entscheidung für Becker. Der Preis wird am 25. Oktober 2014 in Darmstadt verliehen. Becker wurde bereits als Lyriker, Hörspiel- und Prosaautor vielfach ausgezeichnet.

Poetischer Erzählkünstler

Der Autor wurde am 10. Juli 1932 in Köln geboren. Von 1959 war er Mitarbeiter beim Westdeutschen Rundfunk in Köln. Ab 1964 arbeitete er zwei Jahre lang als Verlagslektor bei Rowohlt in Hamburg. In dieser Zeit gab er zusammen mit dem Künstler Wolf Vostell die Dokumentation "Happenings. Fluxus Pop Art Nouveau Réalisme" (1965) heraus. 1965-1967 war er Stipendiat der Villa Massimo in Rom. Seit 1968 ist Becker freier Schriftsteller. 1973 übernahm er die Leitung des Suhrkamp-Theaterverlags, 1974-1993 leitete er die Hörspielabteilung des Deutschlandfunks.

Jürgen Becker schuf über einen Zeitraum von mehr als vier Jahrzehnten ein vielschichtiges poetisches Werk, in das die eigene Biographie sowie Geschichte und Politik Eingang fanden. In den 1970er Jahren konzentrierte er sich auf Lyrik und Hörspiele. 1995 erhielt er den Heinrich-Böll-Preis. Erzählungen wie "Der fehlende Rest" (1997) oder seinem Journalroman "Schnee in den Ardennen" (2003) wurden viel beachtet. Sein 1995 publiziertes Gedicht "Geräumtes Gelände" entstand nach Bildern seines Sohnes, des Fotografen Boris Becker.

Viele prominente Preisträger

Der Büchner-Preis wird seit 1951 jedes Jahr von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung im hessischen Darmstadt verliehen. Einzige Ausnahme: 1952. Damals konnte man sich nicht auf einen Preisträger einigen. Namensgeber ist der deutsche Revolutionär und Dramatiker Georg Büchner, der 1813 im Großherzogtum Hessen geboren wurde und 1837 in Zürich starb.

Die Auszeichnung können Schriftsteller und Dichter erhalten, "die in deutscher Sprache schreiben, durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten und die an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben". Zu den bisherigen Preisträgern zählen renommierte Namen der deutschsprachigen Literatur, wie Gottfried Benn (1951), Erich Kästner (1957), Günter Grass (1965), Heinrich Böll (1967), Friedrich Dürrenmatt (1986), Elfriede Jelinek (1998) oder Friedrich Christian Delius (2011). 2013 wurde Sybille Lewitscharoff ausgezeichnet.

Erstmals verliehen wurde der Preis am 11. August 1923 vom "Volksstaat Hessen", damals "an bildende Künstler, an Dichter, an Künstler, an hervorragende ausübende Künstler, Schauspieler und Sänger". 1951 wurde die Auszeichnung in einen Literaturpreis umgewandelt und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung zur Verfügung gestellt.

ag/hm (dpa, Munzinger, Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung)

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