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Antisemitismus

Jüdischer Friedhof in Philadelphia geschändet

Unbekannte haben in der US-Metropole Philadelphia einen jüdischen Friedhof geschändet. Es ist nur der jüngste Fall einer Reihe antisemitischer Straftaten in den USA.

Auf einem jüdischen Friedhof in Philadelphia an der US-Ostküste sind zwischen 75 und 100 Grabsteine zerschlagen oder umgestürzt worden. "Das ist kriminell, das ist schon mehr als Vandalismus", wurde Polizeihauptmann Shawn Thrush von US-Medien zitiert.

Ein Friedhofsbesucher hatte die Polizei am Sonntagmorgen über die Zerstörung vieler Grabsteine am Mount Carmel Friedhof informiert. Die genauen Hintergründe der Tat sind noch unklar.

Angehörige auf dem geschändeten Mount Carmel Cemetery (Getty Images/AFP/D. Reuter)

Angehörige auf dem geschändeten Mount Carmel Cemetery

Pennsylvanias Gouverneur Tom Wolf nannte die Tat einen "feigen, beunruhigenden Akt". Die Verantwortlichen müssten gefasst und zur Rechenschaft gezogen werden, twitterte Wolf.

Erst vor knapp einer Woche war ein jüdischer Friedhof in St. Louis im Bundesstaat Missouri geschändet worden. Dort hatten Unbekannte über 150 Grabsteine beschädigt. Wenige Tage später beteiligte sich US-Vizepräsident Mike Pence an den Aufräumarbeiten. In den vergangenen Wochen kam es zudem zu zahlreichen Bombendrohungen gegen jüdische Einrichtungen in den Vereinigten Staaten.

Vizepräsident Pence auf einem verwüsteten Friedhof in St. Louis (picture alliance/newscom/B. Greenblatt)

Vizepräsident Pence auf einem verwüsteten Friedhof in St. Louis

US-Präsident Donald Trump hatte sich vor knapp einer Woche gegen Antisemitismus gewandt. Die jüngste Welle von Drohbotschaften gegen jüdische Einrichtungen im Land bezeichnete er als "schrecklich". Es sei wichtig, "Bigotterie, Intoleranz und Hass in all seinen Formen" zu bekämpfen, so Trump.

Der Geschäftsführer des "Anne Frank Zentrums" in New York, Steven Goldstein, kritisierte Trumps Äußerungen anschließend als zu spät. "Das ist das Schlimmste, das wir je von einer Regierung gesehen haben", sagte Goldstein. Viel zu lange habe Trump sich geweigert, Position zu beziehen. Seine Haltung sei erbärmlich und angesichts der Bombendrohungen geradezu herablassend. Trumps Regierung habe den Antisemitismus hoffähig gemacht, so Goldstein.

stu/haz (dpa, kna, rtr)

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