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Bücher

Jógvan Isaksen: Endstation Färöer

Die färöische Landschaft, das Leben auf der rauen Inselgruppe im Nordatlantik, Fischereirechte und ein merkwürdiger Schoner aus Paraguay: Das sind die Zutaten dieses durchaus exotischen Krimis.

Buchcover: Jógvan Isaksen - Endstation Färöer

Buchcover: Jógvan Isaksen - Endstation Färöer

Zugegeben: In die Hand genommen habe ich das Buch zunächst nur wegen der Lokalität. Die Färöer, eine Inselgruppe im Nordatlantik, irgendwie zum fernen Dänemark gehörend und sich doch eher Island verbunden fühlend - die nur die Nachrichten schafft, wenn die örtlichen Fußballspieler den vermeintlichen Großen mal wieder ein Bein stellen.

Kriminelle Machenschaften kann man sich in dieser Region nun wirklich nicht vorstellen. Aber es gibt sie: Schwerverbrechen auf den Färöer, zumindest bei Jógvang Isaksen, der zwar in Dänemark lebt, aber die Handlung seines Kriminalromans in seine Heimat verlegte - und damit den ersten färöischen Krimi überhaupt schuf.

Mysteriöse Besucher

Im Mittelpunkt des Buches steht der (natürlich trinkfeste) Journalist Hannis Martinsson. Auch er lebt eigentlich in Kopenhagen, kehrt aber von Zeit zu Zeit auf die Färöer zurück. Diesmal aus einem besonderen Grund: Seine Jugendfreundin Sonja ist auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen. Und plötzlich stirbt auch ihr Lebensgefährte Hugo - sein Tod wirft ebenfalls Fragen auf. Das Problem: Außer Martinsson will zunächst niemand glauben, dass mit den Todesfällen etwas nicht stimmte.

Sonja, das findet der Journalist heraus, war vor ihrem Tod oft zu Gast auf einem Schoner aus Paraguay, der in Tórshavn vor Anker liegt und dessen Mission (irgendwas mit Fischereirechten) genau so geheimnisumwittert ist wie seine Besatzung. Hinweise deuten weit zurück in die Vergangenheit - in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Die Handlung mutet hin und wieder etwas weit hergeholt an - und die historischen Erläuterungen sind manchmal von irritierender Einfalt.

Wortkarge Inselbewohner

Jógvan Isaksen

Jógvan Isaksen

Dafür ist Isaksens Buch spannend - was bei einem Krimi nicht wirklich stört. Und spannend ist auch die Beschreibung von einer Inselgruppe mit kargen Landschaften und wortkargen Bewohnern. Von einem Land, in dem man sein Bier nur in Klubs trinken kann, die nur Mitgliedern Eintritt gewähren - und in dem es so was gibt wie fernsehfreie Tage: "Man sah weder Autos noch Menschen, obwohl das Fernsehen montags nicht sendete."

Das klingt exotisch - und nicht unsympathisch. Aber vielleicht hat der vermeintliche Fortschritt ja inzwischen auch auf den Färöer Einzug gehalten. Denn im Original ist das Buch schon 1990 erschienen.