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Aktuell Europa

IWF will angeblich Geldhahn zudrehen

Griechenland droht die Staatspleite. Sollte Athen noch mehr Geld brauchen, will der Internationale Währungsfonds angeblich nicht mehr mitmachen. Auch bei den Partnern in der Eurozone wächst die Skepsis.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will sich nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" nicht an weiteren Hilfen für das marode Griechenland beteiligen. Das hätten hochrangige Vertreter der Brüsseler EU-Spitze mitgeteilt, schreibt das Blatt weiter ohne Nennung von Quellen. Ein EU-Diplomat nannte dies am Sonntag reine Spekulation. Aus EU-Kreisen war aber zu hören, dass bei einigen EU-Partnern Skepsis herrsche, was zusätzliche Hilfen für Athen angehe.

Die neue griechische Regierung will die Euro-Länder und den IWF um mehr Zeit für die Umsetzung der vereinbarten Sparschritte und Reformen bitten. Das Magazin nennt Schätzungen, wonach dies zusätzliche Hilfen zwischen zehn und 50 Milliarden Euro erfordern würde. Die Bundesregierung stellt sich gegen einen Aufschub der griechischen Ziele. Sie betonte zuletzt, dass neben den Reforminhalten auch der Zeitrahmen Teil der Verabredungen sei.

Ansteckungsgefahr für andere Länder begrenzen

Dem "Spiegel" zufolge wird das Risiko eines Austritts Griechenlands aus der Währungsunion in den Ländern der Euro-Zone mittlerweile für beherrschbar gehalten. Um die Ansteckungsgefahr für andere Länder zu begrenzen, wollten die Regierungen den Beginn des neuen Rettungsschirms ESM abwarten. Dieser sollte ursprünglich bereits am 1. Juli startklar sein, kann nun jedoch nicht vor dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts über ESM und Fiskalpakt am 12. September in Kraft treten.

Derzeit untersucht die so genannte Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF, wie weit das Land seinen Reformverpflichtungen nachkommt. Griechenland hofft auf Geldspritzen im August und September in Höhe von 12,5 Milliarden Euro. Nach Angaben des Sprechers von EU-Währungskommissar Olli Rehn wird die Troika bereits an diesem Dienstag nach Griechenland zurückkehren. Aus Athener Kreisen war zuletzt der kommende Donnerstag genannt worden.

Für erhöhten Druck sorgt inzwischen auch die EZB. Sie wird ab kommenden Mittwoch keine griechischen Staatsanleihen als Sicherheiten bei ihren Refinanzierungsgeschäften mehr zulassen. Damit hängen die griechischen Banken bis auf weiteres vollständig am Tropf der heimischen Notenbank. Ob die EZB die Hellas-Bonds künftig wieder akzeptieren wird, hängt ebenfalls vom Bericht der Troika ab.

re/hf dapd, rtr, dpa, afp)