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Wirtschaft

IWF sieht viele Risiken für Weltwirtschaft

Schwächelnde Schwellenländer, ein drohender Brexit, militärische Konflikte: Ein bitterer Mix für die Weltkonjunktur. Der IWF muss seine Prognose erneut nach unten korrigieren und warnt vor Marktabschottung.

Angesichts einer weltweiten Wachstumskrise hat der Internationale Währungsfonds (IWF) die Regierungen rund um den Globus zum Handeln aufgerufen. "Die zurückhaltenden Aussichten erfordern sofortiges Handeln", sagte IWF-Chefökonom Maurice Obstfeld. Regierungen in aller Welt müssten die Risiken, denen sie gemeinsam gegenüberstehen, erkennen. "Dann könnte es substanziell positive Effekte geben", betonte Obstfeld. Keinesfalls dürften sich jedoch Tendenzen zur Abschottung der Märkte ausbreiten.

Trübe Aussichten

Maurice Obstfeld

Maurice Obstfeld, Chefvolkswirt des IWF (Archivbild)

Die Aussichten für die Weltwirtschaft trüben sich der neuesten IWF-Prognose zufolge weiter ein. Die globale Wirtschaftsleistung wird in diesem Jahr nur um 3,2 Prozent und im kommenden Jahr nur um 3,5 Prozent wachsen, schätzt der IWF in seiner am Dienstag in Washington vorgestellten Frühjahrsprognose. Politische Unsicherheiten zählten zu den größten Risiken, denen sich die Weltwirtschaft gegenübersehe. Dazu gehörten nicht nur militärische Konflikte.

Auch in einem möglichen Austritt Großbritanniens aus der EU sieht der IWF eine erhebliche Bedrohung für die globale wirtschaftliche Stabilität. Schon jetzt habe das für den 23. Juni geplante Referendum der Briten über die EU-Mitgliedschaft "Unsicherheit für Investoren geschaffen", warnt der IWF. Ein "Brexit" könnte "schwerwiegenden regionalen und globalen Schaden anrichten", indem er bestehende Handelsbeziehungen und Finanzströme abbreche. Auf einen EU-Austritt würden wahrscheinlich langwierige Verhandlungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union über eine Neuordnung der Beziehungen folgen, "die eine ausgedehnte Periode der Unsicherheit" mit entsprechenden Auswirkungen auf die Märkte zur Folge hätten, heißt es in dem Bericht.

Schwellenländer bremsen

Zugleich beobachtet der IWF auch in den USA eine wachsende Tendenz, "sich nach innen zu wenden". Diese Entwicklungen beiderseits des Atlantiks könnten auch einem neuen Protektionismus in den Handelsbeziehungen Auftrieb geben, befürchten die Washingtoner Experten.

Die Folgen all dieser Unsicherheiten: Im Vergleich mit 2015 würde die Weltwirtschaft nur um 0,1 Punkte zulegen. Ein deutlicherer Aufschwung der Weltwirtschaft wird dem Bericht zufolge zudem auch durch das weiterhin verlangsamte Wachstum in China sowie die Rezession in anderen sogenannten Schwellenländern, darunter Russland und Brasilien, verhindert.

Für die Eurozone wie auch für Deutschland sagt der IWF für das laufende Jahr ein moderates Wachstum von 1,5 Prozent voraus - in Europa gebremst von weiterhin hoher Arbeitslosigkeit und geringer Investitionslust. Den USA, der größten Volkswirtschaft der Welt, wird ein Wachstum von stabilen 2,4 Prozent prognostiziert.

hb/dk (dpa, afp)