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Wirtschaft

IWF sieht gedämpftes globales Wirtschaftswachstum

Eine globale Schieflage beim Wirtschaftswachstum, der hohe Ölpreis und die ins Trudeln geratenen Wohlfahrtsstaaten in Europa gefährden nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) die Weltwirtschaft.

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Heimat des IWF in Washington

Das globale Wirtschaftswachstum hatte 2004 mit mehr als fünf Prozent einen der höchsten Werte der vergangenen Jahrzehnte erreicht. Inzwischen jedoch hat sich das Wachstum im Weltmaßstab leicht abgeschwächt. Für das laufende Jahr prognostiziert der IWF nach Angaben vom Mittwoch (13.4.) nur noch 4,3 Prozent. 2006 sollen es weltweit 4,4 Prozent werden.

Sorgen bereitet dem IWF nach den Worten seines Chefökonoms Raghuram Rajan das starke Gefälle der Weltwirtschaft. "Der Aufschwung ist in zu starkem Maße vom Wirtschaftswachstum in den USA und den Zukunftsmärkten Asiens abhängig", sagte er. "Dagegen lässt eine beständige Erholung der Volkswirtschaften in der Eurozone und in Japan weiter auf sich warten."

Angst vor der Zukunft?

Während das Wachstum in den USA 2005 und 2006 bei geschätzten 3,6 Prozent liegen wird, werden vom IWF für die Eurozone nur 1, 6 Prozent vorausgesagt. In Deutschland werde das Wachstum gar nur bei 0,8 Prozent liegen. "Während die Konsumenten in den USA kaum an die Zukunft zu denken scheinen, werden die Menschen in Europa offenbar von Sorgen geplagt", erklärte Rajan. "Vor allem wegen der Konsequenzen, die sich aus den Arbeitsmarkt- und Rentenreformen ergeben."

"Unser Szenario einer robusten wachsen Weltwirtschaft ist von Risiken umgeben", warnte Rajan. Die Hauptgefahr für die Weltwirtschaft gehe vom hohen Ölpreis aus. Ein anhaltend hoher Ölpreis sei wachstumshemmend und berge Inflationsgefahren. Aber auch höhere Zinsen und wachsende Haushaltsdefizite seien gefährlich.

Rügen, Kritik, Warnung

In dem halbjährlichen Weltwirtschaftsbericht spart der IWF auch dieses mal nicht mit Kritik. Während die USA für ihr enormes Haushaltsdefizit gerügt werden, fordert der IWF prosperierende Schwellenländer wie Indien auf, mehr in die Infrastruktur ihres Landes zu investieren. China müsse den Wechselkurs seiner Währung flexibilisieren und in Europa müsse man Abschied nehmen vom wohlfahrtstaatlichen Denken.

"Mit seinem momentanen Wachstumspotenzial kann sich Europa seinen Wohlfahrtsstaat nicht mehr leisten", lautet Rajans Fazit. Strukturreformen mit dem Ziel verbesserter Konkurrenzfähigkeit und größerer Flexibilität seien notwendig. "Wenn Call-Center-Firmen weltweit 24 Stunden lang zur Verfügung stehen, kann Europa doch nicht mehr über die 35 Stunden-Woche debattieren."

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