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Konjunktur

IWF senkt Wachstumsprognose für USA

Der Internationale Währungsfonds erwartet nicht mehr, dass US-Präsident Trump die Wirtschaft mit Steuersenkungen und einem Investitionsprogramm in Schwung bekommt. Der Fonds korrigierte daher seine Wachstumsprognose.

Das Logo des Internationalen Währungsfonds (picture-alliance/dpa/J. Scalzo)

Das Logo des Internationalen Währungsfonds

Für das laufende Jahr reduzierte der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Vorhersage zum US-Wirtschaftswachstum um 0,2 Punkte auf 2,1 Prozent. Für das kommende Jahr senkte er die Prognose sogar um 0,4 Punkte auf ebenfalls 2,1 Prozent. Es sei unwahrscheinlich, dass es der Regierung gelinge, das Wachstum wie angepeilt bis 2020 auf mehr als drei Prozent zu treiben.

Selbst im Fall einer perfekt abgestimmten Politik sei das Resultat vermutlich niedriger als im Budgetplan angenommen - und es werde länger dauern, um dieses zu erreichen. Weil am US-Arbeitsmarkt bereits faktisch Vollbeschäftigung herrsche, könne eine nachhaltige Wachstumssteigerung nur durch eine Erhöhung des Wachstumspotenzials erfolgen, urteilte der IWF. Die Trump-Regierung strebt dagegen ein höheres Wachstum vorwiegend durch klassische Konjunkturpolitik an, in erster Linie über staatliche Infrastrukturausgaben und Steuersenkungen.

Zu viele Unklarheiten

Zudem sei die Regierung bislang Details zu ihrem Konjunkturprogramm schuldig geblieben, heißt es von Seiten des IWF. Dies sei aus Gesprächen des Fonds mit Vertretern der US-Regierung hervorgegangen. Deswegen habe man die Prognose nun ohne zusätzliche Wachstumsstützen errechnet. Laut IWF bremsen zudem die alternde Bevölkerung der USA sowie die schwache Produktivitätssteigerung. Die optimistischere frühere Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt hatte der IWF unter anderem mit Wachstumsimpulsen begründet, die von den Steuersenkungsvorhaben der Regierung von Donald Trump zu erwarten seien.

Die IWF-Experten machten auch deutlich, dass sie die Haushaltspläne der Regierung teilweise kritisch sehen. Zwar begrüßten sie den Plan, die Staatsschulden zu reduzieren und bei den Staatsausgaben einen Schwerpunkt auf Investitionen in die Infrastruktur zu legen. Doch bemängelten sie unter anderem, dass die vorgesehenen Einschnitte übermäßig zu Lasten der Bürger mit niedrigen und mittleren Einkommen gingen. Das stehe in Gegensatz zum selbst erklärten Ziel, allen Amerikanern Sicherheit und Wohlstand zu bringen. Der IWF schlägt stattdessen eine Steuerpolitik vor, welche unter anderem die Effizienz der Sozialsysteme steigere und der Regierung gemessen an der Wirtschaftsleistung höhere Einnahmen bringe.

kle/qu (rtr, afp, dpa)