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Wirtschaft

IWF senkt Prognose für Weltwirtschaft

Der IWF hat auf seiner Jahrestagung die Prognose für das Weltwirtschaftwachstum nach unten korrigiert. Auch die deutsche Wirtschaft wird im kommenden Jahr weniger stark wachsen als bislang angenommen.

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Das Gebäude des Internationalen Währungsfonds in Washington

Waren die Volkswirte in der IWF-Zentrale in Washington noch im Frühjahr 2007 von einer Zunahme der weltweiten Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr um 5,2 Prozent ausgegangen, so prognostizieren sie jetzt nur noch eine Steigerung um 4,8 Prozent. Für das laufende Jahr bleibt es bei der Wachstumsrate von 5,2 Prozent.

Auch die deutsche Wirtschaft wird im kommenden Jahr weniger stark wachsen als bislang angenommen. Im laufenden Jahr nimmt die deutsche Wirtschaft um 2,4 Prozent zu. Die Zunahme an Wirtschaftsleistung wird angetrieben von der unverändert starken Nachfrage nach deutschen Produkten auf den internationalen Märkten sowie von den Investitionen in die Erweiterung und Modernisierung der Produktionskapazitäten.

"Große Fortschritte"

Für das kommende Jahr gehen die IWF-Volkswirte von einer Abschwächung der deutschen Wachstumsrate auf nur noch zwei Prozent aus. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen. "Die Gründe dafür sind die Ereignisse in den Finanzmärkten und die allgemeine Abschwächung der Weltwirtschaft sowie der gestiegene Außenwert des Euros", sagt Charles Collyns aus der volkswirtschaftlichen Abteilung des Währungsfonds. In Deutschland führen die Investitionen und Exporte das Wirtschaftswachstum an. Der private Konsum bleibt dahinter zurück. "Das wird auch so bleiben in der nächsten Zeit. Deutschland hat große Fortschritte bei den Reformen gemacht und die Früchte davon sind jetzt zu erkennen. Besonders bemerkenswert sind die Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt. Wichtig ist, bei den Reformen nicht nachzulassen und Rückschläge in der Arbeitsmarktpolitik zu vermeiden."

Insgesamt bescheinigt der Internationale Währungsfonds in seinem Ausblick auf das kommende Jahr, der deutschen Wirtschaft, sie sei heute sehr viel robuster als vor einem Jahrzehnt. Sie habe an Wettbewerbsfähigkeit zugelegt. Deswegen kann sie die Wachstumsdelle, die von der Krise auf dem Finanzsektor ausgeht, wegstecken. Aber immerhin hat der IWF als Reaktion auf die internationale Bankenkrise seine Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr um 0,4 Prozent verringert. Für die Staaten der Eurozone rechnet der IWF mit einem Rückgang in gleicher Höhe auf 2,1 Prozent.

Verringerung der Armut

In seinem World Economic Outlook befasst sich der Währungsfonds ausführlich mit den Auswirkungen der Globalisierung sowie mit der zunehmenden Kluft zwischen den Reichen und den Armen auf der Welt. In einigen großen Schwellenländern wächst die Wirtschaft sehr stark, so im laufenden Jahr in China um 11.5 Prozent, in Indien um 8,9 Prozent und in Russland um 9,4 Prozent. Auf diese drei Länder entfällt die Hälfte der Zunahme an weltweiter Wirtschaftsleistung. Auch im kommenden Jahr werden diese Länder an der Spitze des weltweiten Wirtschaftswachstums liegen. Aber: Es gibt in China, Indien und Russland nicht nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung eine Zunahme des Reichtums in gelegentlich unvorstellbarem Ausmaß, sondern bei einem erheblichen Teil der Bevölkerung auch eine Verringerung der Armut. Das wird lobend erwähnt.

Dennoch gibt es dort viele Menschen, die von der steigenden Wirtschaftskraft nichts haben. Und vor allem: Die Kluft zwischen den Reichen und dem Rest der Bevölkerung wird größer. Das kann zu politischen Spannungen führen. Um die Kluft zwischen den Reichen und den Armen nicht noch größer werden zu lassen, empfiehlt der IWF mehr Ausbildung für mehr Menschen.

Den Globalisierungskritikern hält der IWF entgegen, der Abbau von Handelsbarrieren wie zum Beispiel Zöllen habe in den letzten 25 Jahren in den Entwicklungs- und Schwellenländern auch Bevölkerungsgruppen mit geringem Einkommen geholfen. Zum Beispiel komme die weltweit steigende Nachfrage nach agrarischen Rohstoffen auch den oftmals benachteiligten Erntearbeitern zugute. In den Industriestaaten verhindere der scharfe Wettbewerb im Handel einen starken Anstieg der Nahrungsmittelpreise. Aber in Schwellenländern wie China tragen nach Feststellung des Währungsfonds auch die ausländischen Investitionen zur zunehmenden Ungleichheit bei. Denn von den neuen Jobs in ausländischen Fabriken würden vor allem qualifizierte Arbeitskräfte begünstigt. Gerade deswegen sei es wichtig, die Ausgaben für die Bildung und Berufsausbildung zu steigern.

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