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Wirtschaft

IWF-Kredit hilft Banken

Deutliche Kursgewinne bei den Finanzwerten haben dem DAX am Donnerstag einen kräftigen Schub verliehen. Das Börsenbarometer stieg um 6,2 Prozent auf 3679 Punkte.

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Sparankündigung zahlt sich aus

Die Industriekonjunktur in Deutschland hat im Juni etwas Fahrt aufgenommen. So nahm die Erzeugung im produzierenden Gewerbe saisonbereinigt um 1,7 Prozent zu. Das berichtete das Bundesfinanzministerium am Donnerstag auf Grund vorläufiger Berechnungen des Statistischen Bundesamtes. Damit wurde allerdings in etwa nur das ausgeglichen, was an Produktion im Mai mit minus 1,6 Prozent ausgefallen war.

Dagegen senkt die EU-Kommission ihre Prognose für das Brutto-Inlandsprodukt für das dritte Quartal. Der Anstieg des BIP werde voraussichtlich nur 0,6 bis 0,9 Prozent betragen. Zuvor war die Behörde von 0,7 bis 1,0 Prozent ausgegangen.

Der Grossteil der Erholung sei eine technische Reaktion auf die Kursverluste der vergangenen Wochen zurück, hieß es an der Börse. Nach Ansicht von Analysten mildert auch der Milliardenkredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) für das wirtschaftliche angeschlagene Brasilien die Turbulenzen an den Finanzmärkten. Hiervon profitierten vor allem die Banken, denn durch die Finanzspritze des IWF sinke die Gefahr, dass Banken auf faulen Krediten sitzen bleiben.

So konnten Aktien der Commerzbank zulegen, obwohl die Bank heute wenig überzeugende Zahlen präsentierte. Im zweiten Quartal schrammte die Commerzbank nur knapp an der Verlustzone vorbei. Auch der Ausblick fiel nicht gut aus, Händler deuteten dies sogar als Gewinnwarnung. Trotzdem überwog heute die Kauflaune, die Commerzbank-Aktie verteuerte sich um neun Prozent.

HypoVereinsbank-Aktien kletterten sogar um 15 Prozent. Kursstützend wirkte hier auch die Ankündigung des Vorstands, noch stärker sparen zu wollen als bisher. Unter anderem seien der Verkauf oder die Schließung von Verlustbringern sowie eine Haushaltssperre vorgesehen. Deutsche-Bank-Aktien schlossen sechs Prozent im Plus.

Aktien des Chemiekonzerns BASF profitierten von besser als erwartet ausgefallenen Zahlen und einem optimistischen Ausblick. Das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen stieg im zweiten Quartal um rund zehn Prozent auf 822 Millionen Euro. Das BASF-Papier stieg um sieben Prozent. Auch Bayer verteuerten sich sogar um elf Prozent. Der Chemiekonzern aus Leverkusen will bis Jahresende einen Partner für die schwächelnde Pharmasparte präsentieren.

Spitzenreiter im DAX waren die Titel des Finanzdienstleisters MLP mit einem Gewinn von 30 Prozent. Hier half wohl die Ankündigung einer großen Fondsgesellschaft, wieder in MLP-Titel investieren zu wollen. Auch spekulierten viele Händler darauf, dass die MLP-Aktie im Börsenindex DAX verbleiben wird. Die Entscheidung darüber fällt nächste Woche.

Zahlen gab es auch vom Münchener Autohersteller BMW. Trotz der weltweit schwachen Autokonjunktur konnte BMW im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn steigern und befindet sich damit weiter auf Rekordkurs. Zugleich bekräftigte der Konzern seine Gesamtjahresprognose. All das hat die Anleger offenbar nicht überrascht. Nach anfänglichen Gewinnen schloß die BMW-Aktie mit über zwei Prozent im Minus.

Am Rentenmarkt stieg der REX um 0,14 Prozent auf 114,90 Punkte. Der Bond-Future fiel um 0,4 Prozent auf 110,34 Zähler. Die Umlaufrendite fiel um fünf Basispunkte auf 4,39 Prozent.

Die Schlusskurse der 30 DAX-Werte (in Euro, ohne Gewähr):

adidas-Salomon 77,50 (+ 1,30)

Allianz 133,10 (+ 7,50)

BASF 41,96 (+ 2,81)

Bayer 23,55 (+ 2,26)

HypoVereinsbank 48,00 (+ 29,35)

BMW 38,55 (- 0,96)

Commerzbank 10,68 (+ 0,88)

DaimlerChrysler 44,56 (+ 1,91)

Degussa 31,60 (- 1,10)

Deutsche Bank 60,43 (+ 3,53)

Deutsche Post 10,35 (+ 0,38)

Deutsche Telekom 11,37 (+ 0,87)

E.ON AG 50,08 (+ 1,88)

EPCOS 14,93 (+ 0,93)

Fresenius Med. Care 32,90 (+ 2,95)

Henkel 63,92 (+ 2,53)

Infineon Techno 12,45 (+ 0,40)

Linde 44,60 (+ 0,74)

Lufthansa 12,84 (+ 0,54)

MAN 18,52 (+ 0,46)

Metro 25,86 (+ 1,01)

MLP 14,30 (+ 3,29)

Münchener Rück 198,00 (+ 14,25)

TUI AG 20,65 (+ 1,53)

RWE 35,45 (+ 1,47)

SAP 74,50 (+ 4,50)

Schering 58,05 (+ 3,44)

Siemens 48,55 (+ 4,25)

ThyssenKrupp 12,69 (+ 0,72)

VW 47,20 (+ 1,28)

Die Referenzkurse der EZB für einige Devisen. Ein Euro kostet 0,9687 US-Dollar, 116,92 jap. Yen bzw. 0,6335 brit. Pfund.

  • Datum 08.08.2002
  • Autorin/Autor Andreas Becker
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  • Permalink http://p.dw.com/p/2XlX
  • Datum 08.08.2002
  • Autorin/Autor Andreas Becker
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