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Wirtschaft

IWF gibt Tranche für Griechenland frei

Der IWF hat wie erwartet der Zahlung von gut drei Milliarden Euro an Griechenland zugestimmt. Die Summe ist Teil der jüngsten Tranche von zwölf Milliarden Euro aus dem Hilfspaket des IWF und der Länder der Eurozone.

Symbolbild mit griechischer Fahne mit einem Rettungsring und einer Euromünze (Grafik: DW)

Die gut drei Milliarden Euro vom IWF sind nicht die letzten Zahlungen an Griechenland

Nach der Eurogruppe gibt nun auch der Internationale Währungsfonds die nächste Tranche für die Griechenlandhilfe frei. Der Verwaltungsrat des Gremiums entschied am Freitag (08.07.2011) in Washington, einen weiteren Teilkredit über 3,2 Milliarden Euro bereitzustellen, wie der IWF mitteilte. Die Euro-Finanzminister hatten vergangenes Wochenende zugestimmt, bis zum 15. Juli ihren Anteil an der nächsten Rate des gemeinsamen Hilfspakets auszuzahlen.

IWF-Chefin Lagarde sieht bei Griechen Fortschritte

IWF-Chefin Lagarde im Porträt (Foto: AP)

IWF-Chefin Lagarde lobt die bisherigen griechischen Sparmaßnahmen

Athen mache weiter "einige Fortschritte" und werde in der ersten Hälfte des kommenden Jahres wieder ein Plus beim Wirtschaftswachstum verzeichnen, hieß es in der IWF-Erklärung. Positiv hob die neue IWF-Chefin Christine Lagarde die Verringerung des griechischen Defizits und eine schrittweise Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit hervor. Zugleich betonte sie aber: "Angesichts vieler wichtiger Strukturreformen, die noch umgesetzt werden müssen, bleiben noch erhebliche Herausforderungen." Insgesamt soll Griechenland in diesem Monat von den Euro-Staaten und dem IWF Hilfen über zwölf Milliarden Euro erhalten.

Griechenland braucht die nächste Kreditrate dringend, weil es sonst Mitte Juli zahlungsunfähig wäre. Das Geld ist Teil eines im Mai vergangenen Jahres beschlossenen Hilfspakets von 110 Milliarden Euro. Das griechische Parlament hatte Einsparungen von rund 28 Milliarden Euro und dem Verkauf von Staatsbesitz von 50 Milliarden Euro zugestimmt. Dies war die Voraussetzung für die Auszahlung der nächsten Rate.

Banken zahlen weniger für Griechenland-Hilfe

Euroscheine und Münzen (Foto: dpa)

Privatsektor will weniger für Griechenland-Pleite beisteuern

Langfristig ist jedoch ein zweites Hilfspaket notwendig. Daran sollen sich diesmal auch Banken und andere private Gläubiger beteiligen. Nach französischen Angaben soll das Paket bis September stehen. Ein EU-Diplomat bestätigte den Zeitplan auch gegenüber dem "Handelsblatt" vom Samstag (09.07.2011). Beim nächsten Treffen der Euro-Finanzminister am Montag solle "nur die Schlachtordnung für die Zeit nach der Sommerpause" festgelegt werden.

Laut "Handelsblatt" schrumpft der geplante Beitrag des Privatsektors zum neuen Hilfspaket für Griechenland aber. Banken, Versicherungen und andere private Anleger in Europa sollten inzwischen noch maximal 15 Milliarden Euro und damit nur etwa die Hälfte des ursprünglich angepeilten Betrags zur finanziellen Unterstützung des hoch verschuldeten Lands beisteuern, berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen EU-Diplomaten.

Brüderle verurteilt Rating-Agenturen

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle im Porträt (Foto: AP)

Bundeswirtschaftsminister Brüderle appelliert an die private

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle rief die privaten Gläubiger in Deutschland auf, sich über die bislang zugesagten 3,2 Milliarden Euro hinaus an den Hilfen für Griechenland zu beteiligen. "Mehr wäre besser", sagte er der "Stuttgarter Zeitung". Zugleich forderte der FDP-Politiker, dass Ratingagenturen für Fehlurteile zur Rechenschaft gezogen werden sollten. Die Agenturen hätten "in der Finanzmarktkrise gewaltige Fehler gemacht", sagte er und forderte, das "Monopol" der US-Agenturen durch eine europäische Ratingagentur zu brechen.

Autorin: Annamaria Sigrist (afp, rtr, dpa)
Redaktion: Marko Langer

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