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Wirtschaft

IWF fürchtet weitere Abschwächung in der Euro-Zone

Die Wirtschaft schwächelt, die Experten überbieten sich mit pessimistischen Prognosen. Auch der IWF sieht für die Euro-Zone schwarz. In Berlin gibt es Wirbel um die "Wirtschaftsweisen".

Der Internationale Währungsfonds (IWF) befürchtet eine weitere Abschwächung des Wirtschaftswachstums in der Euro-Zone. Eine Reihe enttäuschender Konjunkturdaten im vergangenen Monat lasse Zweifel an der Gültigkeit der sowieso schon zurückhaltend ausgefallenen Prognosen aufkommen, hieß es in einem IWF-Bericht für das Gipfeltreffen der 20 führenden Schwellen- und Industrieländer am kommenden Wochenende in Australien. (Das Artikelbild zeigt Container im Hamburger Hafen).

Der IWF begrüßt in dem Papier die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Leitzinsen niedrig zu halten und mehr Geld in das Bankensystem zu pumpen. Die EZB sollte zu weiteren Maßnahmen bereit sein, wenn die Preisentwicklung weiter nach unten gehe, empfehlen die Experten des Währungsfonds.

Kaum Wachstum erwartet

Nach einer im Oktober veröffentlichten Prognose erwartet der IWF ein Wachstum in der Euro-Zone von 0,8 Prozent für dieses und von 1,3 Prozent für nächstes Jahr. Damit liegt der Fonds auf einer Linie mit der Industriestaaten-Organisation OECD, die für das zu Ende gehende Jahr in der Euro-Zone ein Plus von ebenfalls 0,8 Prozent erwartet. Für 2015 rechnet die OECD mit einem Wachstum von 1,1 und für 2016 von 1,7 Prozent.

Ungewöhnlichen Wirbel hat derweil in Berlin das Jahresgutachten der sogenannten fünf Wirtschaftsweisen ausgelöst. Darin machen die Ökonomen den Kurs der Bundesregierung für die Abschwächung der Konjunktur in Deutschland mitverantwortlich. Als Beispiele nannten die "Weisen" den von 2015 an geltenden Mindestlohn sowie die Rentenpolitik.

Kritik an "Wirtschaftsweisen"

Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere Politiker der großen Koalition wiesen dies entschieden zurück. "Es ist nicht ganz trivial zu verstehen, wie ein Beschluss, der noch nicht in Kraft ist, jetzt schon die konjunkturelle Dämpfung hervorrufen kann", sagte Merkel mit Blick auf die Kritik der Ökonomen am Mindestlohn.

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Ursache für die aktuelle Konjunkturflaute seien "vor allen Dingen geopolitische Herausforderungen, die Deutschland zum Teil auch sehr stark treffen", erklärte die Kanzlerin. Die Forscher senkten ihre Wirtschaftsprognose für 2014 von 1,9 auf 1,2 Prozent und erwarten für 2015 jetzt nur noch ein Plus von einem Prozent.

G-20-Gipfel in Australien

Die Stärkung der Wachstumskräfte wird eines der Themen des Gipfeltreffen der 20 weltweit führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) im australischen Brisbane am Samstag und Sonntag sein. Die Staats- und Regierungschefs wollen sich verpflichten, das Wirtschaftswachstum ihrer Länder zusammengenommen um zwei Billionen Euro zu steigern und entsprechende Maßnahmen zu vereinbaren. An dem Treffen wird auch Merkel teilnehmen. An diesem Donnerstag wird die Kanzlerin zunächst zu einem Besuch in Neuseeland erwartet.

wl/haz (rtr, dpa, afp)