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Wirtschaft

IWF deutet höhere Wachstumsprognose an

Angela Merkel traf sich am Montag mit den Spitzen internationaler Finanz- und Wirtschaftsorganisationen - auch zur Vorbereitung auf den G20-Gipfel im Juli. Beim Treffen erfuhr die Kanzlerin erfreuliche Neuigkeiten.

IWF-Chefin Christine Lagarde hat eine leichte Aufstockung der globalen Wachstumsprognose ihrer Organisation angedeutet. Lagarde sagte am Montag nach einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel und anderen Chefs internationaler Institutionen in Berlin, die Zeichen stünden gut, dass die Aussichten sich aufhellten. Der IWF-Ausblick für 2017 und 2018 werde etwas günstiger ausfallen als 2016 "und auch ein bisschen günstiger als das, was wir zuletzt gesehen haben", sagte die IWF-Chefin. Der neue Wirtschaftsausblick des Fonds steht kommende Woche an.

Bislang geht der IWF von einem Wachstum von 3,4 Prozent weltweit in diesem und 3,6 Prozent im nächsten Jahr aus. Im vergangenen Jahr noch war die Weltwirtschaft um 3,1 Prozent gewachsen.

Am heutigen Treffen nahmen Christine Lagarde, Weltbank-Präsident Jim Yong Kim sowie der Chef der Industrieländerorganisation OECD, Angel Gurría, teil. Vertreten waren auch der Generalsekretär der Welthandelsorganisation (WTO), Roberto Azevêdo, sowie der Generalsekretär der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Guy Ryder.

Ruhe und Gelassenheit

Die Bundeskanzlerin hofft ungeachtet des neuen US-Kurses bei Klimaschutz und Handel, die in der G20 erreichten Errungenschaften zu bewahren. "Ich möchte mich jetzt nicht an Spekulationen beteiligen", sagte sie nach dem Treffen in Berlin in Hinblick auf etwaige Probleme durch die US-Regierung in der Gruppe der 20 größten Industrie- und Schwellenländer. "Wir hoffen und werden darauf hinarbeiten, dass wir ein Höchstmaß an Kontinuität haben." Ob das gelinge, könne sie noch nicht sagen.

Die G7-Energieminister hatten sich am Montag wegen der unklaren Haltung der US-Regierung zum Klimaschutz nicht auf eine gemeinsame Erklärung einigen können.

Lagarde sieht unterdessen keine Gefährdung der Arbeit ihrer Organisation durch die skeptische Haltung der US-Regierung gegenüber mulilateralen Organisationen. "Ich habe keine Gründe anzunehmen, dass unsere Mission in irgendeiner Gefahr ist", sagte sie.

Keine Angst vor Trump

Auch WTO-Chef Roberto Azevedo äußerte sich für die Welthandelsorganisation ähnlich. Im Rahmen der WTO gebe es für all die Sorgen, die die US-Regierung in Hinblick auf einen fairen Handel und schlechte Handelsvereinbarungen geäußert habe, geeignete Instrumente. Auch Weltbank-Präsident Jim Yong Kim hofft darauf, dass die US-Politik flexibel genug ist, ihre Rolle im Rahmen der Institution weiter wahrzunehmen.

US-Präsident Donald Trump will die US-Wirtschaft zulasten anderer Länder stärken. Er will bisherige Freihandelsabkommen kippen und droht Handelspartnern auch mit Strafzöllen. Die neue US-Regierung hatte zudem angekündigt, stärker auf bilaterale Vereinbarungen zu setzen, statt auf multilaterale Regeln.

Lob für Merkel

In diesem Jahr hat Deutschland den Vorsitz in der G20-Gruppe inne. OECD-Chef Gurría hatte vor dem Treffen am Montag gesagt: "Offene Märkte bleiben die Garanten für Wachstum und Wohlstand." Es müsse einen Rahmen geben, "in dem wir die Globalisierung gestalten und sicherstellen, dass alle von ihren Früchten profitieren".

Gurría lobte die Kanzlerin ausdrücklich. Sie setze mit dem Treffen "ein deutliches Zeichen für Multilateralismus und globale Zusammenarbeit". Weltwirtschaft und globaler Handel erholten sich nur schleppend: "Wir brauchen deshalb gezielte Reformen, die Wachstum und gleichzeitig den sozialen Zusammenhalt fördern."  

dk/sri (dpa/rtr)