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US-Präsidentschaft

Ivanka Trump: Model und Geschäftsfrau

Sie ist erfolgreiche Geschäftsfrau und dreifache Mutter. Donald Trumps Tochter Ivanka ist eine Powerfrau - emanzipiert und konservativ. Beobachter gehen davon aus: Ohne seine Tochter hätte er die US-Wahl nicht gewonnen.

Ivanka Trump verkörpert eine typisch New-Yorker Celebrity, die von Hochglanzmagazinen herab lächelt: eine Wohnung in der Upper East Side, Besuch von Privatschulen und Elite-Uni, reicher Ehemann, Wohlstand im Überfluss und einflussreiche Verbindungen in die Gesellschaft. Donald Trumps Tochter ist die Nummer Zwei im Trump-Imperium und steht damit gleich hinter ihrem Big Daddy. Medien beschreiben sie als die eigentliche Frau an Donalds Seite: Die 35-Jährige hat studiert, besitzt Charme und strahlt Warmherzigkeit aus.

Ivanka begleitet Donald Trump während der heißen Phase des Wahlkampfes. Sie ist es auch, die Themen wie einen gesetzlichen Mutterschutz, bessere Kinderbetreuung und gleiche Entlohnung von Frauen beim republikanischen Parteitag anspricht und dafür Beifall erntet. Auch wenn Ivanka das Potenzial dieser Themen entdeckt hat, ist auf den vielen Seiten des Partei-Programms der Republikaner nicht von "paid family leave", "equal pay" und "child care" zu lesen. Immerhin stehen die von Trump über Jahrzehnte wiederholten Aussagen - die politische Ablehnung  von ökonomischer Unabhängigkeit und Ignoranz gegenüber Vereinbarkeit und Berufstätigkeit der Frau - in krassem Widerspruch dazu.

Ivanka und ihre beiden Brüder Donald Trump Junior und Eric stammen aus der ersten Ehe ihres Vaters mit der tschechischen Athletin Ivana. Ivanka hängt an ihrem Vater. Er sei ihr größter Mentor. "Als ich ein Kind war, sagte er: 'Ivanka, wenn du ohnehin schon denkst, dann kannst du gleich in großen Dimensionen denken'", schwärmt sie. US-Medien beschreiben sie als Trumps "bessere Hälfte" oder als ausgleichenden Faktor während seines rüpelhaften und aggressiven Wahlkampfs. Ivanka versprühe "eine urbane Selbstsicherheit, die ihr Vater nie meisterte", meint das Magazin "Politico". Sie sei "die stille Macht hinter dem Thron". Während ihr Vater Hasstiraden von sich gibt, informiert Ivanka ihre 2,3 Millionen Twitter-Follower lieber über weniger kontroverse Themen, wie Tipps für einen besseren Schlaf und "So kleiden sich Businessfrauen".

Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Ivanka verteidigt ihren Daddy, aber auch das hat Grenzen. "Ich unterstütze meinen Vater, aber ich stimme nicht allem zu, was er sagt", antwortet sie in einem Interview mit Forbes im Jahr 2013. Auch ihr sehr beliebter Instagram-Account ist frei von politischen Positionen.

Als Tochter scheint sie immun gegen seine sexistischen Äußerungen. In der Fernsehtalkshow "The View" wurde Donald Trump 2006 bei einem Auftritt zusammen mit seiner Tochter gefragt, ob er etwas dagegen hätte, wenn sich seine Tochter, die bereits im Alter von 15 Jahren als Model für Modemarken wie Tommy Hilfiger oder Versace gearbeitet hat, für den Playboy fotografieren lassen würde. "Kommt ganz darauf an, was im Magazin zu sehen ist", antwortete Trump daraufhin lässig. "Sie hat wirklich eine schönes Figur. Ich habe schon einmal gesagt: Wäre Ivanka nicht meine Tochter, würde ich sie vielleicht daten." Ivanka schmunzelt.

Ivanka ist darin geübt, die verbalen Ausbrüche und sexuellen Entgleisungen ihres Vaters wegzulächeln oder abzumoderieren. Er sei ein toller Geschäftsmann, "farbenblind" oder "geschlechtsneutral". Im Februar war sie auf dem Cover des Magazins "Town & Country" abgebildet. Das Feature nutze sie, um auf sexistische Vorwürfe gegen ihren Vater zu antworten: "Er glaubt zu 100 Prozent an die Gleichheit der Geschlechter."

Mehr als Bling-Bling und Tochter-Sein

Aber was können wir von einer Frau erwarten, die immer nur in einem Haus gewohnt hat, auf der in riesigen Lettern ihr Name steht? In der Septemberausgabe des Frauenmagazins Cosmopolitain sagt sie, sie sei ganz auf das Wachstum ihres eigenen Geschäfts fokussiert. Im Trump-Imperium ist sie für Immobilienentwicklung und Zukäufe bislang alleine verantwortlich. Ihre Vorzeigeobjekte sind das Golfresort Doral in Miami und das Ende Oktober eröffnete Trump International Hotel in Washingtons alter Hauptpost.

USA Trump International Hotel - Old Post Office (picture-alliance/NurPhoto/C. May)

Alter Glanz unter neuem Namen: Washingtons historisches Hauptpostamt wurde zum Trump-Hotel

Ivanka Trump präsentiert die idealisierte Weiblichkeit im Jahr 2016: Sie feiert die Stärke der arbeitenden Frauen, die trotz allem ihre bezaubernden Kinder im Hintergrund zur Schau stellen. Wie das funktioniert, zeigt sie regelmäßig ihrenInstagram- und Twitter-Followern. 

Ivankas Anleitung für weiblichen Erfolg

"Die Wahrnehmung der Frauen als attraktive Menschen ist aus der Historie gewachsen und für Frauen wichtig", bestätigt Paula-Irene Villa. Die Professorin für Allgemeine Soziologie und Gender Studies an der Universität München befasst sich auch mit der Darstellung von Weiblichkeit in Medien. Ivanka Trumps Selbstdarstellung ließe sich mit den Ansprüchen der Märkte und der neoliberalen Gesellschaft verbinden, sagt sie im DW-Interview. "Ihre Selbstdarstellung folgt der Logik der Aufmerksamkeitsökonomie. Es sind nicht überzeugende Argumente oder Talente, die unseren Wert bestimmen. Aufmerksamkeit ist zunehmend die Währung der Gegenwart, denn Aufmerksamkeit ist kostbar und schwer herzustellen."

Neben "#Girlboss" von Sophia Amoruso und "Lean In" von Sheryl Sandberg veröffentlichte auch Ivanka Trump den Karriereratgeber "Die Trump-Karte", der es auf die Bestsellerliste der New York Times schaffte. Als Vertreterin einer speziellen Spezies - wirtschaftlich erfolgreiche Frauen, die es ganz nach oben geschafft haben - nutzt auch sie die weibliche Empowerment-Bewegung als gewinnversprechendes Marketingtool für ihr zweites Buch "#WomenWhoWork", das von der digitalen Plattform IvankaTrump.com begleitet wird. Frauen können sprichwörtlich in die Fußstapfen von Ivanka treten, wenn sie dort Schuhe ihrer Modekollektion kaufen. Ihr Lifestyle-Unternehmen wird auf 200 Millionen Dollar geschätzt. Frauenzeitschriften wie die Vogue oder Cosmopolitain,  küren sie zur Feministin.

Zwischen neoliberalem Feminismus und konservativen Rollenbildern

Jared Kushner und seine Frau Ivanka Trump (picture-alliance/dpa/A. Gombert)

Ivanka Trump mit ihrem Ehemann Jared Kushner

Mit dem Wall-Street-Aufsteiger Jared Kushner bildet Ivanka ein echtes Power-Paar. Das Ex-Model und der Immobilienmagnat gehören auch Trumps Übergangsregierung an. Kusher drehte bereits im Alter von 26 Jahren Milliondeals, wohl aber aus der Not heraus. Sein Vater musste wegen Steuerhinterziehung und anderen Betrugsfällen ins Gefängnis. Seinem Familienunternehmen gehört auch das Eliteblatt "New York Observer". Ivanka trat zum Judentum über, um 2009 in die jüdisch-orthodoxe Kushner-Familie einheiraten zu können. Ihr Instagram-Account quillt über vor Lifestyle-Impressionen und Bildern einer harmonischen Familienidylle. 

Dass erfolgreiche Frauen sich so präsentieren, entspräche einem Paradigma der Gegenwart, meint Villa: In allen Bereichen immer optimal sein. Ivanka sei sozusagen das "Wonder Women". Die maximale Perfektion der Frauen und alles, was jetzt idealerweise zum erfolgreichen Leben einer Frau beiträgt, geriete in diesen Aufmerksamkeitsstrudel. "Alles ist bis zur Perfektion vollendet und wird zur Geltung gebracht."

Freundschaft zu Chelsea Clinton

Das vielleicht Einzige, was Donald Trump nicht gefallen dürfte: Ivanka ist seit Jahren mit Chelsea Clinton befreundet. "Sie ist eine sehr enge Freundin, und ich bin das für sie auch", sagte Ivanka über Chelsea. Kein Wunder: Ihre Lebensläufe überschneiden sich an vielen Stellen.

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