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Wirtschaft

ITB 2013: Reiselust und Krisenangst

In Berlin lockt bis Sonntag die weltweit größte Reisemesse, die ITB mit mehr als 10.000 Ausstellern aus 188 Ländern. Die Branche ist bester Laune, denn der Tourismus wächst weltweit.

In Berlin scheint nach Wochen voller Wolken, Schnee und Regen die Sonne von einem strahlend blauen Himmel. Die haben wir mitgebracht, sagt die Tourismus-Ministerin von Indonesien und strahlt dabei über das ganze Gesicht. Die südostasiatische Republik ist in diesem Jahr Partnerland der Internationalen Tourismusbörse (ITB) und allein mit 120 Ausstellern auf der Messe vertreten.

Als ökologisch nachhaltiges Reiseziel will man sich präsentieren und den Deutschen vor Augen führen, dass das Land aus mehr besteht als nur der Insel Bali. Dorthin zieht es nach wie vor zwei Drittel aller deutschen Indonesien-Urlauber. Um 5,2 Prozent ist der Tourismus in Indonesien im vergangenen Jahr gewachsen.

Die Urlaubsbranche wächst

Das Land profitiert von einem Trend, der auf der ganzen Welt zu beobachten ist. Die Welt-Tourismus-Organisation UNWTO gab vor ein paar Wochen bekannt, dass es 2012 zum ersten Mal mehr als eine Milliarde Reisende, also touristische Ankünfte, gegeben hat. Bis 2020 werden sogar 1,6 Milliarden Reisende erwartet. "Das stellt natürlich große und neue Herausforderungen an die Infrastruktur, an die Politik, aber vor allem auch an uns, also an die Industrie, an die Unternehmen in den unterschiedlichsten Branchen", sagt Michael Frenzel, der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW).

Internationale Tourismus Boerse, Eröffnungspressekonferenz im Palais am Funkturm. In der Bildmitte zu sehen: H.E.Mari Elka Pangestu, Minister of Tourism and Creative Economy, Republic of Indonesia. Foto: imago/Stefan Zeitz

Mari Elka Pangestu, Tourismus-Ministerin von Indonesien (Mitte) auf der ITB 2013

Deutsche gehen unverändert gern auf Reisen

Mit Urlaub lässt sich Geld verdienen, und dabei spielen die Deutschen nach wie vor eine große Rolle, denn sie sind besonders reiselustig. Nur ein Drittel der deutschen Urlauber bleibt im eigenen Land, zwei Drittel zieht es immer wieder in die Ferne. Knapp 64 Milliarden Euro gaben deutsche Urlauber im vergangenen Jahr für Auslandsreisen aus, das sind 2,2 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr.

Die beliebtesten Ziele waren Spanien, Italien und die Türkei, und daran wird sich auch in diesem Sommer wohl nichts ändern. Allerdings, so sagt Jürgen Büchy, Präsident des Deutschen Reiseverbandes, voraus, werde es absehbar ein Comeback für Griechenland geben. Das Land hole nach einem deutlichen Besucherrückgang im letzten Jahr wieder deutlich auf und liege zurzeit bei vielen Veranstaltern zweistellig im Plus.

"Das freut uns ganz besonders, denn Griechenland ist eine der wichtigsten Destinationen für die deutsche Tourismusindustrie", meint Büchy. "Die ungebrochene Gastfreundschaft und Qualität des Produkts in den Urlaubsbereichen auf den Inseln hat es verdient, dass die Gäste wieder Zutrauen zu diesem Ziel finden und dorthin zurückkehren."

Nordafrika verliert wieder

Eine Entwicklung, die sich 2012 auch in Tunesien und Ägypten abgezeichnet hatte. 2013 sieht das schon wieder anders aus. Bislang konnten die nordafrikanischen Länder nicht an die Buchungszahlen des Vorjahres anknüpfen. Rückgänge werden auch für Zypern, Malta, Australien, sowie das südliche und östliche Afrika, hier vor allem Kenia, Namibia und Südafrika, verzeichnet. Die Deutschen reagieren sensibel auf Krisen, ihr Sicherheitsbedürfnis ist sehr groß. Für ihren Urlaub geben sie zwar immer mehr Geld aus, dafür soll der Urlaub auch perfekt sein.

So gibt es im Luxus-Reisesegment eine besonders wachsende Nachfrage und das nicht nur für einzelne Reiseziele, die dafür vielleicht besonders stehen, wie die Malediven, die Seychellen, Mauritius oder die Vereinigten Arabischen Emirate. Auch bei den klassischen Destinationen stünden hochwertige Angebote bei den Kunden hoch im Kurs, sagt Jürgen Büchy. "Dieses Segment wächst über alle Veranstalter und Destinationen hinweg."

Das lässt bei den Reisebüros und Veranstaltern die Kassen klingeln. Nach einem Umsatzplus von 5,5 Prozent auf die Rekordsumme von rund 24,4 Milliarden Euro im Vorjahr rechnet der Deutsche Reiseverband für 2013 mit einem Zuwachs von drei bis vier Prozent.

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