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Kultur

Italienischer Filmproduzent Laurentiis ist tot

Er war eine Legende des klassischen Kinos, zweifacher Oscar-Preisträger und erfolgreicher Filmproduzent: Am Donnerstag ist Dino De Laurentiis mit 91 Jahren gestorben. "La Strada" zählt zu seinen berühmtesten Werken.

Dino De Laurentiis: Der legendäre italienische Filmproduzent (Foto: dpa)

Dino De Laurentiis: Der legendäre italienische Filmproduzent

Der nahe Neapel geborene De Laurentiis stieg bereits im Alter von 20 Jahren ins Filmgeschäft ein: Zunächst als Schauspieler. Für seine erste Rolle lieh er sich schwarze Schuhe, die fortan als Maskottchen zu seinem Markenzeichen wurden. Doch den Sohn eines Spaghetti-Fabrikanten reizte mehr das Produktionsgeschäft, das später zu seinem eigentlichen Metier wurde. Während seiner Laufbahn hat er hunderte Filme produziert, den größten Teil zusammen mit seinem Bruder Luigi.

Der Durchbruch

Im Jahr 1948 feierte er seinen ersten großen Erfolg als Filmproduzent mit dem Liebes- und Gesellschaftsdrama "Bitterer Reis" vom Regisseur Guiseppe De Santis. Der Film brachte ihm nicht nur den beruflichen Aufstieg sondern auch das private Glück. Er verliebte sich in die Hauptdarstellerin Silvana Mangano, die er später heiratete.

Oscar-Auszeichnung für "La Strada"

Plakat zum Film La Strada (1954) (Foto: picture alliance)

Plakat zum Film "La Strada" (1954)

Seinen künstlerischen Höhepunkt feierte Laurentiis mit dem Film "La Strada – das Lied der Straße", den er unter der Regie des Italieners Federico Fellini produzierte. Dafür wurde er nur fünf Jahre nach dem Erfolg von "Bitterer Reis" mit einem Oscar ausgezeichnet. Es folgten weitere preisgekrönte Filme: Für "Die Nächte der Cabiria" bekam er seinen zweiten Oscar. Nach der Verfilmung des Tolstoi-Romans "Krieg und Frieden" (1956) gründete er Anfang der 1960er sein eigenes Filmstudio "Dinocitta", wo er jahrelang die ersten Bücher der Bibel ("The bible") produzierte.

Neuanfang in den USA

Dino De Laurentiis bei der Preisverleihung des Goldenen Löwens in Venedig (2003)(Foto: epa/ Claudio Onorati)

Dino De Laurentiis bei der Preisverleihung des Goldenen Löwens in Venedig (2003)

Keiner ist gegen Misserfolg versichert, so auch Laurentiis nicht. In den 60ern folgten einige Flops, und schlechte Kritik machte ihm zu schaffen. Er entschied sich in den 70er Jahren auszuwandern, nachdem seine italienische Produktionsfirma Dinocitta Pleite gegangen war. Er verkaufte seine Firma an die italienische Regierung und suchte sein Glück in den Vereinigten Staaten, "weil man in Italien keine Filme mehr machen kann", sagte er.

In den USA finanzierte er zahlreiche Filme wie etwa die künstlerisch anspruchsvolle Produktion "Blue Velvet" von David Lynch. 2001 stellte er "Hannibal" von Ridley Scott vor. Für sein Lebenswerk erhielt er 2003 bei den Filmfestspielen in Venedig den Goldenen Löwen.

Autorin: Rayna Breuer (dpa, afpd)
Redaktion: Martin Schrader