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Fußball

Italiener Agnelli neuer ECA-Vorsitzender

Der Italiener Andrea Agnelli folgt auf Bayern Münchens Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge als Chef der mächtigen Fußballklub-Vereinigung ECA. "Es war mir eine Ehre", sagt Rummenigge zum Abschied.

Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Andrea Agnelli (r.) stehen nebeneinander (Foto:picture-alliance/KEYSTONE/S. Di Nolfi)

Stabübergabe bei der ECA: Karl-Heinz Rummenigge und Andrea Agnelli (r.)

Als Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in Genf zum letzten Mal die ganz große Bühne der internationalen Fußballpolitik betrat, legte er ein kleines Geständnis ab. So viel Freude ihm die Arbeit an der Spitze der mächtigen Klub-Vereinigung ECA auch gemacht habe, sagte der 61-Jährige, "am Ende interessiert mich am meisten, was auf dem Platz passiert." Dafür hat er jetzt mehr Zeit.

Nach neun Jahren als ECA-Vorsitzender wurde Rummenigge am Dienstag von seinem bisherigen Stellvertreter Andrea Agnelli abgelöst. Der 41-jährige Italiener, Chef des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin und Spross der einflussreichen Industriellenfamilie, wurde während der Vollversammlung in einem Genfer Nobelhotel gewählt.

"Die richtigen Dinge getan"

Karl-Heinz Rummenigge kratzt sich während einer Pressekonferenz am Kopf (Foto: picture-alliance/dpa/P. Kneffel)

Rummenigge hat nun mehr Zeit für den FC Bayern

"Es war mir eine Ehre, mit Ihnen zu arbeiten", sagte Rummenigge, der sich nicht zur Wiederwahl gestellt hatte, in Richtung der ECA-Mitglieder: "Ich glaube, wir haben die richtigen Dinge getan. Die ECA ist zu einem starken Partner der UEFA und FIFA geworden. Als wir angefangen haben, hatten wir Visionen - heute können wir stolz sagen, dass wir innerhalb einer Dekade mehr erreicht haben, als wir je zu träumen wagten."

Mit Rummenigge an der Spitze hatte sich die auf 220 Vereine angewachsene ECA in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Akteure auf der internationalen Bühne entwickelt. Kaum eine Entscheidung der großen Verbände wurde ohne den Segen der großen Klubs getroffen - und wenn doch, wie bei der Verlegung der Katar-WM 2022 in den Winter und der bis zuletzt scharf kritisierten WM-Aufstockung auf 48 Teilnehmer ab 2026, nur gegen ordentliche Kompensationszahlungen. Zuletzt waren die Klubs maßgeblich an der Reform der Champions League und Europa League (ab 2018/19) beteiligt, die deutlich mehr Geld und den vier großen Ligen vier Plätze in der Gruppenphase der Königsklasse garantiert.

"Nichts von Solidarität eingebüßt"

Die Kritik, innerhalb der ECA würden die großen Klubs wie die Bayern, Real Madrid, der AC Mailand oder Manchester United die "Kleinen" unterdrücken, lässt Rummenigge nicht gelten. "Mich macht besonders glücklich, dass wir in den vergangenen zehn Jahren nichts von unserer Solidarität eingebüßt haben", sagte der Vize-Weltmeister von 1982 und 1986: "Die Kleinen verstehen die Großen und die Großen tragen Verantwortung für die Kleinen. Die Reform der europäischen Klub-Wettbewerbe hat das erneut unterstrichen. Jeder Einzelne wird von den steigenden Einnahmen profitieren. Die Solidaritätszahlungen sind um 40 Prozent von 199 auf 284 Millionen Euro gestiegen - das macht mich stolz."

Juventus-Vorsitzender Andrea Agnelli mit Real Madrids Profis auf dem Platz (Foto: picture-alliance/ZUMAPRESS/NurPhoto/M. Ciambelli)

Juventus-Vorsitzender Andrea Agnelli hat nun auch bei der ECA alles noch besser im Blick

Agnelli, der die ECA ab sofort zusammen mit dem 52-jährigen Ivan Gazidis, Geschäftsführer beim FC Arsenal, im UEFA-Exekutivkomitee vertreten wird, bedankte sich bei einem "tollen Anführer auf und neben dem Platz", von dem er viel gelernt habe. "Ich schulde dir eine Menge", sagte der Italiener während der Pressekonferenz am Dienstag: "Deine Führung war extrem wichtig für mich."

ck/sn (sid)

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