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Aktuell Europa

Italien statt Malta - Bootsflüchtlinge bald sicher

Für die 102 Flüchtlinge, die sich seit Wochenbeginn an Bord eines Tankers im Mittelmeer befinden, ist es eine gute Nachricht: Italien hat sich - nach Weigerung Maltas - bereit erklärt, die Menschen aufzunehmen.

Seit Wochenbeginn saßen die Flüchtlinge an Bord des Tankers "Salamis" im Mittelmeer fest. Am Vormittag habe das Schiff Kurs auf Syrakus auf Sizilien genommen, teilte die maltesische Regierung mit. Rom habe dies nach Beratungen mit der maltesischen und der griechischen Regierung akzeptiert.

Ein Säugling, vier Schwangere

Die "Salamis" hatte die 102 Flüchtlinge, darunter ein Säugling und vier Schwangere, am Montag von einem kenternden Schlauchboot vor der libyschen Küste gerettet und Kurs auf Malta genommen. Dass die Regierung in Valletta die Einfahrt in seine Gewässer blockierte, löste Entrüstung in der Europäischen Union aus. EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström appellierte an die "humanitäre Pflicht" der Regierung und warf ihr einen Verstoß gegen internationale Abkommen vor.

Maltas Ministerpräsident Joseph Muscat wies dies zurück und machte den Kapitän der "Salamis" für die Odyssee verantwortlich, weil der nicht den nächstgelegenen Hafen in Libyen angesteuert habe. In früheren Fällen (Artikelbild oben) hatte Malta solche Flüchtlinge aufgenommen. Dessen ungeachtet dankte Muscat in der Erklärung aus der Nacht zum Mittwoch dem italienischen Ministerpräsidenten Enrico Letta persönlich dafür, die Flüchtlinge in sein Land zu lassen.

Jedes Jahr versuchen tausende Flüchtlinge aus Afrika über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen und der Armut zu entkommen. Wegen der ruhigen See ist der Andrang derzeit besonders stark. Nach Angaben Maltas trafen alleine im Juli 880 Flüchtlinge in dem kleinen Inselstaat ein. Internationalen Abkommen zufolge müssen Bootsflüchtlinge im Prinzip im nächstgelegenen Land aufgenommen werden.

ml/wl (afp, dpa)