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Nahost

Italien soll UN-Truppe im Libanon führen

Israel bittet Italien um die Führung der internationalen UN-Friedenstruppe im Libanon. Eigentlich war bislang Frankreich für diese Rolle vorgesehen. Derweil beginnt die deutsche Luftwaffe mit Hilfsflügen in den Libanon.

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Das Kommando über dieses UNIFIL-Fahrzeug wird vermutlich Italien übernehmen

Ehud Olmert

Will nicht jeden in der UN-Truppe haben: Ehud Olmert

Israels Ministerpräsident Ehud Olmert regte einem Telefonat mit seinem italienischen Kollegen Romano Prodi auch an, Soldaten für die Überwachung der Grenze zwischen dem Libanon und Syrien zur Verfügung zu stellen. Das teilte Olmerts Büro am Sonntagabend (21.8.2006) in Jerusalem mit. Zugleich forderte Olmert, dass sich an der Mission nur Länder beteiligten, die diplomatische Beziehungen zu Israel unterhalten.

Der italienische Koalitionspolitiker Piero Fassino erklärte daraufhin in Zeitungsinterviews, wenn die Vereinten Nationen Italien aufforderten, die Führungsrolle zu übernehmen, werde sich Rom nicht verweigern.

Ist Italien engagierter als Frankreich?

Prodi telefonierte am Sonntag auch mit dem libanesischen Ministerpräsidenten Fouad Siniora. Dabei habe Prodi von 3000 Soldaten gesprochen, hieß es aus Regierungskreisen in Beirut. Das Engagement Italiens sei ausgeprägter als bei anderen Ländern, sagte ein libanesischer Regierungsvertreter.

Italien nach den Wahlen Laufen mit Romano Prodi

Prodi stellt sich nicht nur sportlich großen Herausforderungen (Archivbild)

Bislang war Frankreich für die Führung der bis zu 15.000 Mann starken UNIFIL-Truppe im Libanon im Gespräch. Doch zur Enttäuschung der Vereinten Nationen, der USA und Israels hat sich die Regierung in Paris nur zur Entsendung von 200 zusätzlichen Soldaten in den Libanon bereit erklärt. "Die französische Zurückhaltung ist ein harter Schlag für den israelischen Regierungschef Olmert", kommentierte der konservative Pariser "Figaro" am Montag und spricht von "Verbitterung" auf israelischer Seite.

Deutschland gegen Einsatz von Bodentruppen

Auch Deutschland reagiert bisher zurückhaltend auf israelische Fragen nach deutschen Soldaten: Am Sonntag bekräftigte Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Absage an einen Einsatz deutscher Bodentruppen und Polizeikräfte. Das Bundeskabinett will am Mittwoch (23.8.2006) über einen Bundeswehreinsatz beraten. Ob dabei eine Entscheidung fällt, ist allerdings nach Regierungsangaben noch völlig offen.

Deutsche Luftwaffe unterstützt Luftbrücke in den Libanon

Transall Maschine der deutschen Luftwaffe auf dem US-Militärflughafen Ramstein

Deutsche Luftwaffe unternimmt Hilfsflüge mit zwei Transall-Maschinen (Archivbild)

Derweil hat die deutsche Luftwaffe am Montag (21.8.2006) mit ihren humanitären Hilfsflügen in den Libanon begonnen. Eine der beiden ins jordanische Amman verlegten Transall-Maschinen werde zwei Tonnen Zelte, die die Vereinten Nationen dort eingelagert haben, nach Beirut transportieren, teilte die Luftwaffe in Köln mit.

Die zweite nach Amman verlegte Transall sei inzwischen nach Larnaka auf Zypern weitergeflogen. Sie werde auf Bitten der Vereinten Nationen die Luftbrücke unterstützen, die von dort aus nach Beirut eingerichtet werden soll. Es sollen gut 60 Tonnen UN-Hilfsgüter wie Medikamente, medizinische Ausrüstung und Nahrungsmittel nach Beirut befördert werden.

Israelisch-syrische Verhandlungen in Sicht?

Unterdessen überraschte der israelische Kabinettsminister Avi Dichter mit seinem Plädoyer für die Aufnahme von Verhandlungen mit Syrien. Dichter verwies am Montag auf die Abkommen mit Ägypten und Jordanien, denen Israel zuvor eroberte Gebiete zurückgab. Ein solches Vorgehen sei auch im Fall Syrien legitim, sagte der Minister für Öffentliche Sicherheit. Dies schließe die umstrittene Rückgabe der Golanhöhen ein.

Widerspruch kam prompt vom stellvertretenden israelischen Ministerpräsidenten Schimon Peres. Peres erklärte am Montag, derzeit müsse sich Israel auf den Libanon und die Verhandlungen mit den Palästinensern konzentrieren: "Ich glaube nicht, dass ein Land wie das unsere so viele Themen gleichzeitig angehen kann." Syrien gilt als einer der Haupt-Waffenlieferanten und Unterstützer der Hisbollah-Miliz. (ana)

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