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Aktuell Nahost

IT-Experte führt Syriens Opposition

Der Technologie-Manager Ghassan Hitto ist von der syrischen Opposition zum Ministerpräsidenten ihrer Gegenregierung gewählt worden. Erst vor kurzem war er aus den USA in die Türkei gezogen, um Vertriebenen zu helfen.

Monatelang hatten die Gegner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad darüber gestritten, wann der richtige Zeitpunkt für die Bildung einer eigenen Regierung ist. In der Nacht zum Dienstag fiel dann die Entscheidung. 35 der 49 anwesenden Vertreter der Nationalen Syrischen Koalition unter Leitung von Muas al-Chatib stimmten bei ihren Beratungen im türkischen Istanbul für den IT-Fachmann Hitto (Artikelbild r.), wie offiziell mitgeteilt wurde. Hitto soll Ministerpräsident für die Gebiete im Norden und Osten Syriens werden, die unter Kontrolle der Rebellen stehen.

Tagungsmitglieder gehen vorzeitig

Wie geschlossen Syriens Opposition allerdings tatsächlich hinter dem neuen Mann an der Spitze steht, ist offen. Mehrere der rund 70 in Istanbul versammelten Mitglieder der Nationalen Koalition verließen den Tagungsort noch vor der Abstimmung. Vertreter des größten Oppositionsbündnisses wiesen dennoch Spekulationen über Spannungen innerhalb der Gruppe zurück.

Sie lobten Hitto als einen Konsens-Kandidaten, der auf Zustimmung sowohl beim liberalen als auch beim islamistischen Lager stoße. Ungewiss ist auch, ob die vielen unterschiedlichen Rebellenfraktionen die Autorität des neuen Regierungschefs und seines Kabinetts akzeptieren werden.

Im Westen ausgebildeter Manager

Hitto wurde 1963 in der syrischen Hauptstadt Damaskus geboren, verbrachte aber einen großen Teil seines Lebens in den USA. Im vergangenen November kündigte der Telekommunikationsmanager seinen Job in Texas, um sich dem Aufstand gegen Assad anzuschließen. Er zog mit seiner Familie in die Türkei. Dort widmete er sich der Hilfe für die syrischen Flüchtlinge und Vertriebenen.

Ministersuche

Es wird erwartet, dass Hitto in den kommenden Tagen die Minister seiner Übergangsregierung benennt. Die neue Regierung soll auch Anlaufstelle für Staaten sein, die der syrischen Opposition Geld, Hilfsgüter oder Waffen zur Verfügung stellen wollen.

Der Aufstand gegen Assad begann vor zwei Jahren. Etwa 70.000 Menschen wurden seither in dem Bürgerkrieg nach Schätzungen der Vereinten Nationen getötet.

se/sti (afp, ap, rtr, dpa)