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Wirtschaft

IT-Branche auf Wachstumskurs

Apotheken, Banken, Autobauer - von diesen dreien erhofft sich die IT-Branche in Zukunft mehr Aufträge. Laut einer Studie zur digitalen Wirtschaft könnte der Umsatz bis 2010 um 10 Prozent steigen.

Ein Raum voller Server-Schränke, am Bildrand ein Bediener (Quelle: dpa)

Neue Computer sind gefragt: Ein Rechenzentrum in Stuttgart

Alltag in deutschen Apotheken: Patient oder Patientin legt ein Rezept vor, der Mann oder die Frau im weißen Kittel macht sich mit dem Zettel in der Hand auf die Suche nach dem richtigen Präparat. Schon bald wird es das bekannte Rezept auf einem Stückchen Papier jedoch nicht mehr geben, denn das deutsche Gesundheitswesen wird digitalisiert. Auf so genannten Gesundheitskarten sollen ab 2009 Rezepte und Patientendaten elektronisch gespeichert werden.

Für die deutsche IT-Branche wäre die Einführung der Gesundheitskarte ein Segen, denn die Anbieter von Informationstechnologien müssten Ärzte, Apotheken und Krankenhäuser mit neuen Geräten ausrüsten. Ein echter Wachstumsmarkt, sagt Bernhard Rohleder, Geschäftsführer des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM). Investitionen von 1,8 Milliarden Euro würden durch die Einführung der elektronischen Gesundheiteskarte notwendig, dazu kämen die Nachfolgeinvestitionen, erklärt Rohleder: "Insofern hat dieser Bereich enorme Bedeutung für die Branche."

Drei Prozent mehr Geld für Informationstechnik - jährlich

Ein Techniker arbeitet an einem Schaltschrank mit Dutzenden von Kabeln (Quelle: dpa)

Durchblick im Kabelsalat ist gefragt

Die Zahlen stammen aus einer kürzlich veröffentlichten Studie zur Zukunft der digitalen Wirtschaft, die im Auftrag des BITKOM erstellt wurde. Um jährlich drei Prozent werden die Ausgaben für Informationstechnologien in den nächsten Jahren steigen, schätzen die Experten des Verbandes in ihrer Studie.

Dabei brauche nicht nur das Gesundheitswesen neue Technik. Schnelle Computer und maßgeschneiderte Software seien mittlerweile in allen Industriezweigen gefragt. 146 Milliarden Euro haben die Unternehmen im vergangenen Jahr dafür ausgegeben. Im internationalen Vergleich ist das jedoch noch lange kein Spitzenwert. US-amerikanische Unternehmen etwa geben doppelt so viel aus. Die Gründe sieht Rohleder in den Informatikabteilungen der Unternehmen: Hier werde über Investitionen entschieden, und in Deutschland arbeiteten diese Abteilungen eben teilweise traditioneller als anderswo.

BITKOM: Deutschland beim "e-government" rückständig

Porträt von Willi Berchtold

BITKOM-Präsident Willi Berchtold fordert eine Kraftanstrengung

"Einen Schwerpunkt wollen wir insbesondere auf den öffentlichen Bereich legen", sagt der Geschäftsführer Rohleder, denn beim so genannten e-government und dem digitalen Personalausweis hinke Deutschland deutlich hinter anderen Ländern her. Von der Bundesregierung fordert der BITKOM deshalb verstärkt öffentliche Investitionen in die Informationstechnologie.

Nur mit eigenen Technologien könne Deutschland den Anschluss an die Spitze halten, sagt Willi Berchtold, der Präsident des BITKOM. "Wir können uns natürlich keine globalen Champions backen", so Berchtold, es könne aber viel getan werden, um neuen Technologien und innovativen Produkten zum Durchbruch zu verhelfen: "Es bedarf einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft."

Verband beklagt Fachkräftemangel

Rund 800.000 Menschen arbeiten derzeit im Bereich der neuen Technologien. Doch die Unternehmen könnten weitere Fachkräfte gut gebrauchen, denn rund 20.000 Stellen stehen offen. Und der Personalbedarf wird weiter steigen. So erwartet der BITKOM etwa für die in Deutschland besonders wichtige Automobil-Industrie eine ungebremste Nachfrage.

Ob Navigationssystem, elektronischer Bremsassistent oder Tempomat: schon heute sind die Wagen vollgestopft mit moderner Computertechnik. Dieser Trend werde anhalten, so die Studie des BITKOM. Rund fünf Milliarden Euro werden die Autobauer demnach im kommenden Jahr für Computer und Software ausgeben. Tendenz steigend.

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