1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wissen & Umwelt

ISSpresso: Kaffeepause im All

Nachdem endlich eine echte Kaffeemaschine auf der ISS angekommen ist, lässt die italienische Astronautin Samantha Cristoforetti sich ihren ersten Espresso schmecken - dank eines ausgeklügelten Brühsystems.

Infografik ISSpresso Kaffee im Weltall Big Picture Englisch

Mit mikrowellenerhitztem Instantkaffee muss sich die Crew auf der Internationalen Raumstation ISS nicht mehr abgeben. Die italienische Astronautin

Samatha Cristoforetti

postete jüngst ein Bild, auf dem sie genüsslich ihren ersten, frisch gebrühten - original italienischen - Espresso im Weltall schlürft.

Bis dahin war es jedoch ein weiter Weg, für den die NASA sogar ein eigenes Projekt ins Leben gerufen hatte:

ISSpresso

. Knapp 18 Monate dauerte die Entwicklung der Kaffeemaschine, an der das auf Raumfahrttechnik spezialisierte Unternehmen Argotec, das italienische Kaffee-Unternehmen Lavazza und die italienische Raumfahrtbehörde (ASI) beteiligt waren. Mit der letzten

Dragon-Lieferung

wurde die Maschine schließlich zur ISS gebracht. Der erste Funktionstest erfolgte am 3. Mai. Offensichtlich mit Erfolg:

In Form und Größe ähnelt die ISSpresso einer Mikrowelle. Sie wiegt beeindruckende 20 Kilogramm - ein ganz schönes Gewicht dafür, dass die Kaffeemaschine mit handelsüblichen Kapseln funktioniert. Das hohe Gewicht kommt vor allem dadurch zustande, weil die ASI den Einbau von Reservekomponenten für alle sicherheitsrelevanten Bauteile vorgibt.

Damit die Maschine im All funktioniert, mussten die Entwickler ein paar Besonderheiten beachten. Denn um beim Kaffeebrühen in der Schwerelosigkeit dem Druck standzuhalten, war ein spezielles Kapselsystem nötig. Die herkömmlichen Kunststoffschläuche wurden durch kleine Stahlrohre ersetzt. Nach dem Brühen wird der Kaffee direkt in einen kleinen Beutel gepumpt, aus dem die Crew ihren Kaffee mittels Strohalm schlürfen kann.

Zusätzliches Gimmick: Tasse aus dem 3D-Drucker

Doch auf dem Twitter-Bild von Samatha Cristoforetti sieht es nicht so aus als würde sie ihren Espresso aus einem Beutel trinken. Tut sie auch nicht! Sie tut es aus einer ganz speziellen Tasse, ausgedruckt aus einem 3D-Drucker. Mit dieser "Zero-G cup" können die Astronauten ihren Kaffee tatsächlich so trinken, wie sie es von der Erde gewohnt sind - trotz fehlender Schwerkraft. Der Clou dahinter: Durch das spezielle Design machten sich die Entwickler die Oberflächenspannung der Flüssigkeit zunutze - das schwarze Gebräu bleibt in der Tasse und schwirrt nicht in der Raumstation herum.

Ursprünglich war es der NASA-Astronaut Don Petit, der solch ein Gefäß designte. 2008 verbrachte er einige Zeit auf der ISS und war es offenbar leid, ständig mit Hilfe eines Strohalms trinken zu müssen. Danach wurde sein System weiterentwickelt. Heute ist es so perfektioniert, dass Astronauten nicht zwangsweise ihre Flüssigkeiten aus Beuteln konsumieren müssen.

And "a taste of home"

Neben Kaffeebrühen kann ISSpresso aber auch noch mehr, zum Beispiel andere Heißgetränke wie Tee oder Suppen zubereiten. Und: Sie vermittelt einen "Geschmack von zu Hause". So ist es zumindest in der Experimentbeschreibung auf der NASA-Webseite zu lesen.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links