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Politik

Israels Militär tötet zwei Hamas-Funktionäre

Die Nummer Zwei der radikalislamischen Hamas ist am 21. Oktober bei einem gezielten israelischen Raketenangriff im Gazastreifen getötet worden. Mit Adnan al-Ghul starb wohl auch sein Stellvertreter Imad Abas.

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Das Auto von Adnan al-Ghoul nach dem Attentat

Es dauerte eine ganze Weile, bis klar war, wen es diesmal getroffen hatte. Es war die Ehefrau von Adnan al-Ghul, die die Leiche ihres Mannes schließlich im Krankenhaus von Gaza identifizierte - fast eine Stunde, nachdem ein israelischer Militärhubschrauber eine Rakete auf sein Fahrzeug abgefeuert hatte.

Prominentes Opfer

Adnan al-Ghoul

Adnan al-Ghoul

Adnan al-Ghul war einer der ranghöchsten Mitglieder der radikal-islamischen Hamas-Organisation. Mehr als ein Jahrzehnt lang stand er auf den Fahndungslisten der israelischen Sicherheitskräfte. Er soll unter anderem für die Produktion der Kassam-Raketen verantwortlich gewesen sein, die militante Palästinenser auf israelische Siedlungen und Ortschaften in und um den Gazastreifen abfeuern. Einmal bereits wurde er zur Zielscheibe eines gezielten israelischen Angriffs. Damals im Jahr 2001 konnte er jedoch entkommen. Mit al-Ghul starb sein Stellvertreter Imad Abbas.

Gewalt vor Abzug

Der Anschlag löste in Gaza-Stadt wütende Proteste aus. Hunderte Hamas-Anhänger schworen Israel blutige Rache. Der palästinensische Minister Saeb Erekat verurteilte die Liquidierung al-Ghuls. Sie zeige, dass Israel weiter auf Gewalt und militärische Auseinandersetzung anstatt auf Verhandlungen setze. Im südlichen Gazastreifen war zuvor ein israelischer Soldat ums Leben gekommen als ein Sprengsatz neben einer Militärpatrouille explodierte.

In den Tagen vor dem Attentat wurden von israelischen Truppen mindestens zwölf Palästinenser getötet. Nach Angaben der israelischen Armee wurden sie alle in der Nähe des Sicherheitszauns erschossen, der den Gazastreifen umschließt. Sie sollen Angriffe auf israelische Stellungen und Siedlungen geplant haben.

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon plant den
Abzug aus dem Gaza-Steifen, will aber zuvor die militanten
Gruppen zerschlagen. Damit könnte er das Argument seiner politischen Gegner entkräften, ein Abzug Israels aus dem Gazastreifen mache Angriffe radikaler Palästinenser wahrscheinlicher.

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