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Nahost

Israels Fehler

Über 500 Palästinenser wurden durch die jüngste israelische Vergeltungsaktion obdachlos. Auch Israelis fragen sich, ob es richtig ist, Häuser zu zerstören, um den Terror zu bekämpfen. Ein Kommentar von Peter Philipp.

Solch menschliches Leid wird neues Leid gebären. Das hat die Geschichte der Region schon allzu oft gezeigt. Und es lässt Wut und Empörung über den ursprünglichen Terror verblassen und verwischt die Grenzen zwischen Aktion und Reaktion.

Natürlich kann niemand von Israel fordern, die Rolle des hilflosen Opfers terroristischer Angriffe zu übernehmen, ohne etwas gegen solche Angriffe zu unternehmen. Nur: Was kann man dagegen unternehmen? Blinde Zerstörungswut kann die Dinge nicht besser machen, sie wird sie verschlechtern. Und: So wenig Israel im Laufe seiner Geschichte auch internationale Sympathie und Mitgefühl genützt haben mögen: Es sollte sie nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.

Genau das aber provozieren jüngsten Vergeltungsaktionen: Allzu schnell werden jetzt wieder die Klischess von Israel als einem brutalen Unterdrücker Gehör finden. Und allzu rasch wird man in gewissen Kreisen bereit sein, sich vorbehaltlos auf die Seite der Palästinenser zu schlagen. Und man wird auch nicht gerade mehr Bereitschaft zeigen, Bemühungen um eine Befriedung der Region finanziell zu unterstützen. Deutschland hat das zum Beispiel dadurch getan, dass es den Palästinensern einen Flughafen im Gazastreifen finanzierte, dessen Flugfeld jetzt von Israel zerstört wurde.

Allerdings: Nicht dass hier deutsche Steuergelder "untergepflügt" wurden, sollte in erster Linie bekümmern, sondern dass dabei noch viel mehr zerstört wurde als nur die Rollbahn...

  • Datum 13.01.2002
  • Autorin/Autor Peter Philipp
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1hIS
  • Datum 13.01.2002
  • Autorin/Autor Peter Philipp
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