1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Terrorismus

Israels Armee warnt vor flirtenden Hamas-Hackern

Mitglieder der radikal-islamischen Hamas haben nach Angaben der israelischen Armee dutzende Smartphones von Soldaten gehackt. Dazu hatten sie falsche Identitäten verwendet - offenbar mit großem Geschick.

Israelischer Soldat im Westjordanland mit einem Smartphone (picture-alliance/AP Photo/N. Shiyoukhi)

Israelischer Soldat im Westjordanland mit einem Smartphone

Die israelische Armee hat Soldaten und Reservisten des Landes vor Kontaktversuchen in sozialen Medien gewarnt, die von der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas stammen. Dazu gäben sich Hacker zum Teil als junge Frauen aus, die auf der Suche nach Facebook-Freunden sind. Hamas-Kämpfer hätten dafür Profile geschaffen, für die sie die Fotos und persönliche Informationen von ahnungslosen Bürgern gekapert hätten, meldet die Armee auf ihrem Internetblog.

Die Hacker versuchten dann, die Soldaten dazu zu bewegen, Schadsoftware auf ihre Geräte zu laden - getarnt etwa als Chat-Anwendungen. Damit könnten dann zum Beispiel Kamera und Mikrofon von Smartphones ferngesteuert werden.

Palästina Gaza Vermummte Hamas-Mitglieder (picture-alliance/dpa/M. Saber)

Hamas-Aktivisten im Gaza-Streifen

Aus dem Militärgeheimdienst hieß es, es sei eine Kampagne gestartet worden, um solche Cyberangriffe abzuwehren. Diese könnten "potenziell eine Bedrohung für die Sicherheit des Staates Israel darstellen".

"Der Feind kennt die Sprache der Jugend", hieß es weiter. Es sei ihm gelungen, auf den Handys der Soldaten Viren zu installieren und so die Kontrolle über die Geräte zu erlangen. Nach Informationen der Zeitung "Die Welt", die über die Cyberangriffe berichtet, konnten die Hamas-Hacker so Soldaten und ihre Einheiten mit Hilfe des eingebauten GPS orten und sämtliche Kontakte, SMS-Nachrichten und Bilder der betroffenen Handys herunterladen.

ISRAEL Soldat mit Smartphone (Getty Images/AFP/M. Kahana)

Auch für israelische Soldaten ist das Smartphone - wie hier 2014 an der Grenze zu Gaza - ein ständiger Begleiter

Außerdem hätten sich die Hamas-Hacker in Hunderte von Facebookgruppen eingeschmuggelt, um an Informationen heranzukommen, hieß es weiter aus Geheimdienstkreisen. Im Zuge der israelischen Aufklärungskampagne würden die "falschen Profile der Hamas" verbreitet und vor ihnen gewarnt. Außerdem werde es für Soldaten in sozialen Netzwerken "striktere Regeln" geben.

Zur Frage, warum die Armee annimmt, dass hinter den Angriffen die im Gazastreifen regierende Hamas steckt, gab es zunächst keine Angaben. Die Palästinenserorganisation wollte ihrerseits keinen Kommentar abgeben. Israel hat zwischen 2008 und 2014 drei Kriege im Gazastreifen geführt.

stu/fab (afp, dpa)

Die Redaktion empfiehlt