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Nahost

Israels Arbeitspartei wählt neuen Vorsitzenden

Ein Parteineuling schafft es an die Parteispitze: Der Newcomer Avi Gabai ist erst seit Dezember Mitglied in der oppositionellen Arbeitspartei Israels, in die er aus Protest gegen den Rechtsruck der Regierung eintrat.

Die oppositionelle israelische Arbeitspartei hat einen neuen Vorsitzenden gewählt: Der 50-jährige Parteineuling Avi Gabai setzte sich mit 52,4 Prozent der Stimmen gegen Ex-Verteidigungsminister Amir Perez durch, der 47,6 Prozent bekam. Perez galt bei der Stichwahl als Favorit. 

Der bisherige Parteichef der Arbeitspartei, Izchak Herzog, war bereits im ersten Wahlgang vergangene Woche mit 17 Prozent chancenlos geblieben. Herzog stand unter anderem in der Kritik, weil er vergangenes Jahr eine Koalition mit der rechtsreligiösen Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu angestrebt hatte. Stattdessen wurde im Mai 2016 der ultrarechte Avigdor Lieberman mit seiner Partei Israel Beiteinu Teil der Koalition. 

Gabai, der nach der Wahl zur 20. Knesset im März 2015 von Netanjahu zum Umweltminister ernannt worden war, trat damals aus Protest gegen den Rechtsruck der Regierung zurück und wechselte von der Partei Kulanu zur Arbeitspartei. 

Israel Wahlen in Tel Aviv - Anhänger von Avi Gabbay (Foto: Getty Images/AFP/J. Guez)

Jubel für neuen Parteichef Avi Gabai

Zerstrittene Parteimitglieder

Die traditionsreiche Arbeitspartei ist eine Fraktion in der Zionistischen Union, die mit 24 von 120 Sitzen zweitstärkste Kraft im Parlament ist. Sie gilt jedoch als zutiefst zerstritten und könnte nach jüngsten Umfragen bei Neuwahlen nur noch mit rund zwei Dritteln ihrer Sitze rechnen. Mehr als 52.000 Parteimitglieder waren zur Urwahl aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 60 Prozent. Die Arbeitspartei stellte zuletzt mit Ehud Barak von 1999 bis 2001 einen Regierungschef, seither ist ihr Stimmenanteil stark eingebrochen.

pab/wa (afp, dpa)

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