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Aktuell Nahost

Israelischer Soldat erschießt schwer verletzten Palästinenser

Der Vorfall ereignete sich in Hebron im israelisch besetzten Westjordanland. Die israelische Armee sprach von einen "schweren Verstoß" gegen "Werte" des Militärs. Der Soldat wurde festgenommen.

Zu dem Vorfall wurden nach Armeeangaben Ermittlungen eingeleitet. Der Soldat wurde unter dem Vorwurf festgenommen, einen verletzt am Boden liegenden palästinensischen Angreifer durch einen Kopfschuss getötet zu haben.

Ein im Internet verbreitetes Video zeigt, wie ein palästinensischer Jugendlicher angeschossen am Boden liegt. Zuvor hatte er offenbar zusammen mit einem anderen Palästinenser einen Messerangriff auf einen israelischen Soldaten verübt. Dann ist zu sehen, wie der Soldat dem Palästinenser in den Kopf schießt.

Palästinenser sprechen von "Hinrichtung"

Die Armeesprecherin sagte, die Ermittlungen seien eingeleitet worden, noch bevor das Video online kursierte. Sarit Michaeli, eine Sprecherin der israelischen Menschenrechtsgruppe B'Tselem, von der das Video stammt, sprach von einer "Hinrichtung". Es sei "klar", dass der am Boden liegende Jugendliche für die Sicherheitskräfte keine Gefahr dargestellt habe.

Neue Anschlagswelle seit Oktober

Seit Anfang Oktober gibt es in den besetzten Gebieten fast täglich Angriffe auf Israelis. Die in der Regel jungen Täter werden bei den Angriffen meist erschossen. Die israelische Regierung steht unter öffentlichem Druck, weil sie kein Mittel findet, die zumeist von Einzeltätern getragene Anschlagswelle einzudämmen. Als Abschreckungsmaßnahme hat sie deshalb unter anderem den Abriss von Attentäterwohnungen ausgeweitet. Bürgerrechtsgruppen kritisieren dies als Kollektivbestrafung. Experten bezweifeln, dass die Maßnahme abschreckende Wirkung hat.

uh/kle (afp, rtr)