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Israel

Israelische Soldaten erschießen Palästinenser im Westjordanland

Anscheinend in Notwehr haben israelische Sicherheitskräfte einen mutmaßlichen Attentäter getötet. Nach dem Anschlag mit fünf Toten am Freitag steigt damit die Anspannung in Israel weiter.

Westjordanland Sicherheitskräfte (picture-alliance/AA/N. Eshtayah)

Nach mehreren Zwischenfällen sind die israelischen Sicherheitskräfte im Westjordanland in erhöhter Alarmbereitschaft

Nach Armeeangaben hat der Verdächtige in der Stadt Nabi Salah bei Ramallah versucht, israelische Soldaten anzugreifen. Beim Versuch, ihn festzunehmen, habe der 34-jährige Palästinenser "das Feuer eröffnen" wollen. Wegen der unmittelbaren Bedrohung hätten die Soldaten daraufhin auf den Mann geschossen und ihn tödlich verletzt.

Video ansehen 00:33

Israel gibt Tempelberg-Zugang wieder frei

Der Verdächtige soll zuvor im Westjordanland in zwei Fällen auf Israelis gefeuert haben. Das teilte Polizeisprecher Micky Rosenfeld mit. Daraufhin wurde nach ihm gesucht und es kam zum Versuch der Festnahme, der dann eskalierte. Von palästinensischer Seite gab es zunächst keine Reaktion auf den Zwischenfall.

Die Spannungen in Israel haben in den vergangenen Tagen wieder zugenommen. Am Freitag waren am Rande des Tempelbergs in Jerusalem zwei Polizisten von arabisch-israelischen Bewaffneten erschossen worden. Die drei Attentäter wurden anschließend von Sicherheitskräften getötet.

Heiligtum und Touristenattraktion

Der Tempelberg ist sowohl Moslems als auch Juden heilig und eine der größten Touristenattraktionen der Stadt. Dort befinden sich mit der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom zwei der wichtigsten Stätten des Islam. Nach dem jüngsten Zwischenfall war das Areal für Gläubige und Besucher gesperrt worden. Es war das erste Mal seit dem Jahr 2000, dass die Freitagsgebete in der Al-Aksa-Moschee untersagt wurden.

Israel Tempelberg Anschlag in Jerusalem (Reuters/A. Awad)

Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen am Jerusalemer Tempelberg

Ab Sonntag soll die Sperrung "schrittweise" wieder aufgehoben werden. Das kündigte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu an. Allerdings würden die Sicherheitsmaßnahmen erhöht. So sollten an der Stätte Metall-Suchgeräte eingesetzt werden. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte zuvor in einem Telefonat mit Netanjahu die tödliche Attacke verurteilt und gebeten, die Schließung der heiligen Stätte zu beenden.

Eskalation seit 2015

Seit neu ausgebrochenen gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern im Oktober 2015 wurden mehr als 280 Palästinenser oder arabische Israelis sowie 44 Israelis und sieben Ausländer getötet. Nach israelischen Angaben waren mindestens 175 der getötenen Palästinenser erwiesene oder mutmaßliche Attentäter.

Israel und die palästinensische Führung bezichtigen sich gegenseitig, für die Unruhen verantwortlich zu sein.

mak/kle (rtre, dpa)

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