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Aktuell Nahost

Israelische Offensive: Auch deutsche Familie in Gaza getötet

In den Trümmern des Gazastreifens geht das Blutvergießen weiter. Durch die Luftschläge getötet wurde auch eine siebenköpfige deutsche Familie. Auch die Bodentruppen Israels müssen Verluste hinnehmen, mehr als 2012.

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Telefonschalte mit Ahmed Jounis, Arzt in Gaza-Stadt (21.07.2014)

Bei den israelischen Angriffen im Gazastreifen ist nach palästinensischen Angaben auch eine siebenköpfige Familie mit deutscher Staatsangehörigkeit getötet worden. Der 53-jährige Ibrahim al-Kilani aus Beit Lahia im nördlichen Teil des Palästinensergebiets sowie seine 47-jährige Frau Taghrid und fünf Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren seien unter den Toten, bestätigten die Rettungsbehörden in Gaza.

Die Familie sei am Montagabend bei einem Luftangriff auf ein Gebäude in der Stadt Gaza getötet worden. Der Ingenieur habe 20 Jahre lang in Deutschland gelebt und in der Zeit auch die Staatsangehörigkeit für sich und seine Angehörigen erworben, sagte ein Familienmitglied in Gaza. Inzwischen sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin auf Anfrage: "Wir müssen aufgrund mehrfacher Hinweise davon ausgehen, dass es sich bei den Toten um diese Familie handelt." Zur Todesursache äußerte sich das Ministerium nicht.

Am Dienstag wurden durch die Luftschläge mindestens sieben weitere Palästinenser getötet. Seit Beginn der israelischen Offensive vor zwei Wochen sind damit nach Angaben der örtlichen Rettungsdienste mehr als 600 Palästinenser ums Leben gekommen, die überwiegende Zahl sind Zivilisten.

Betroffen von den Luftschlägen waren nach Angaben von Korrespondenten erneut auch Moscheen und mutmaßliche Wohnungen von Militärführern der radikalislamischen Hamas. Die Bodenoffensive wird in immer weitere Bereiche des Gazastreifens ausgedehnt. Dabei sind nach Angaben der Armee bislang 27 Soldaten gefallen, also bereits mehr als beim vergangenen Gaza-Krieg Ende 2012.

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Bestätigt wurde jetzt, dass der Leichnam eines am Sonntag getöteten Soldaten vermisst wird. "Die Identifizierung von sechs bei einem bestimmten Vorfall in Gaza getöteten Soldaten ist abgeschlossen, und im siebten Fall bemühen wir uns noch darum", hieß es in einer Mitteilung der Streitkräfte. Auf Nachfrage erklärte eine Armeesprecherin der Nachrichtenagentur AFP, es sei ausgeschlossen, dass der siebte Soldat noch lebe, da das Fahrzeug völlig ausgebrannt sei. Die radikalislamische Hamas hatte am Sonntag berichtet, sie habe einen israelischen Soldaten im Gazastreifen entführt.

Etwa 20.000 Israelis nahmen an dem Begräbnis eines Soldaten teil, der bei Gefechten im Gazastreifen gefallen war. Der 21-jährige Sean Carmeli, der auch US-Staatsbürger war, wurde dann unter großer Anteilnahme auf einem Militärfriedhof der Hafenstadt Haifa beigesetzt. Er war bei schweren Kämpfen mit der Hamas im Stadtteil Sadschaija getötet worden.

SC/ml (APE, afp, dpa, rtre)

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