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Welt

Israelische Marine entert Hilfsboot für Gaza

Israels Marine hat ein französisches Boot aufgebracht, das unterwegs in den Gazastreifen war. Die Yacht mit pro-palästinensischen Aktivisten wollte die von Israel verhängte Blockade des Küstengebiets durchbrechen.

Das Boot 'Dignite-AlKarama' mit überwiegend französischen Aktivisten (Foto: dpa)

Auf der "Dignite-AlKarama" waren überwiegend französische Aktivisten

Auch dieses Mal gab es kein Durchkommen. Dafür verlief offenbar alles friedlich, als die israelische Marine am Dienstag (19.07.2011) eine französische Yacht mit pro-palästinensischen Aktivisten vor der Küste des Gazastreifen aufbrachte.

Eine Armeesprecherin teilte mit, Soldaten hätten die "Dignite-AlKarama" geentert. Es habe keine Verletzten gegeben. Die Yacht werde nun in den israelischen Hafen Aschdod geschleppt.

Eingekreist und abgefangen

Zuvor hatten die Organisatoren der Hilfsaktion mitgeteilt, das Boot mit 16 überwiegend französischen Aktivisten sei in internationalen Gewässern von mehreren israelischen Marineschiffen eingekreist und die Kommunikation unterbrochen worden.

Israelische Arbeiter entladen einen LKW (Foto: AP)

Güter aller Art sind Mangelware im Gazastreifen

Die Yacht war am Wochenende von der griechischen Insel Kastellorizo aufgebrochen und hatte Kurs auf den Gazastreifen genommen. Die "Dignite-AlKarama" ist eines von zehn Schiffen einer internationalen Flotte, die zum Jahrestag der Stürmung der ersten Hilfsflotte Güter in den Gazastreifen bringen wollte. Die anderen Schiffe liegen aber wegen eines Verbots der Behörden in Griechenland fest und können nicht auslaufen.

Über Land darf geliefert werden

Die israelische Marine hatte die "Dignite-AlKarama" nach eigenen Angaben zunächst aufgefordert abzudrehen. Die Besatzung sei darüber informiert worden, dass sie Kurs auf ein von Israel blockiertes Gebiet halte. Es sei auch betont worden, dass Hilfsgüter legal auf dem Landweg und über den Hafen Aschdod in das Palästinensergebiet gebracht werden könnten.

Israel begründet die Blockade des Küstenstreifens vor allem damit, dass Waffenlieferungen an die dort herrschende radikale Hamas-Organisation unterbunden werden sollen. Menschenrechtsgruppen dagegen bezeichnen die Abriegelung als unrechtmäßig. Sie verweisen darauf, dass die rund 1,5 Millionen Palästinenser auf Lieferungen aus dem Ausland angewiesen seien.

Blutiger Zwischenfall

Die 'Mavi Marmara' im Hafen von Haifa (Foto: AP)

Die "Mavi Marmara" wurde vor gut einem Jahr erstürmt

Ende Mai vergangenen Jahres hatte ein israelisches Kommando bei der gewaltsamen Übernahme von Schiffen einer Hilfsflotte neun pro-palästinensische Aktivisten aus der Türkei getötet.

Der Vorfall führte zu einer deutlichen Verschlechterung der Beziehungen zwischen der Türkei und Israel. Die Regierung in Ankara bestellte den israelischen Botschafter ein und erklärte, die beiderseitigen Beziehungen würden "nie mehr dieselben" sein.

Türkei verlangt Entschuldigung

Vor Kurzem erklärte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, für eine Annäherung müsse Israel die Blockade des Gazastreifens aufheben, sich für die Erstürmung der "Mavi Marmara" entschuldigen und den Angehörigen der neun türkischen Toten Entschädigungen zahlen.

Gespräche zwischen Unterhändlern beider Seiten, die in jüngster Zeit in New York stattfanden, wurden laut einer israelischen Quelle abgebrochen, ohne ein neues Treffen zu vereinbaren.

Nach Angaben eines israelischen Regierungsvertreters verschob UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zudem die Veröffentlichung eines Berichts zu dem israelischen Militäreinsatz, um beiden Seiten mehr Zeit für eine Annäherung zu geben.

Autorin: Eleonore Uhlich (afp, rtr, dpa)
Redaktion: Reinhard Kleber

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