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Aktuell Nahost

Israelische Luftwaffe greift wieder im Gazastreifen an

Nach etwa sechsstündiger Feuerpause hat Israel wieder mit Luftangriffen auf den Gazastreifen begonnen. Die Armee verwies auf den anhaltenden Raketenbeschuss durch Palästinenser. Ein israelischer Zivilist wurde getötet.

Erstmals ist durch den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen ein israelischer Zivilist getötet worden. Das teilte ein Armeesprecher am frühen Abend mit. Der 38-Jährige wurde demnach in der Nähe des Grenzübergangs Eres tödlich verletzt, als er Soldaten mit Nahrung versorgte.

Zuvor hatten israelische Soldaten wieder mindestens ein Ziel in der Nähe von Gaza-Stadt beschossen, wie Korrespondenten berichten. Laut Augenzeugen wurde auch in Chan Junis im Süden des Gazastreifens angegriffen.

Dutzende von Raketen auf Israel - Netanjahu will Angriffe ausweiten

Erst am Morgen hatte das israelische Sicherheitskabinett einen Vorschlag Ägyptens für eine Feuerpause akzeptiert. Die radikalislamische Hamas, die im Gazastreifen herrscht, lehnt die Feuerpause bislang ab. Ihr militärischer Arm sowie andere militante Palästinenser feuerten seitdem Dutzende von Raketen auf Israel ab. Nach Angaben der israelischen Armee wurden während der vom Militär eingehaltenen Feuerpause 47 Raketen auf Israel abgeschlossen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu drohte daraufhin mit einer Ausweitung der Militäreinsätze, um den Gazastreifen zu "demilitarisieren". Lenkwaffen, Raketen und Versorgungstunnel müssten aus dem Gebiet verschwinden, forderte Netanjahu vor Journalisten in Tel Aviv. Man habe dem von Ägypten vorgeschlagenen Waffenstillstand zugestimmt, um auf diplomatischem Weg eine Entmilitarisierung des Gazastreifens zu erreichen.

Benjamin Netanjahu (r.) und Frank-Walter Steinmeier in Tel Aviv (Foto: Reuters)

Ob seine Ideen im Nahen Osten wohl Gehör finden? Außenminister Steinmeier (l.) bei Premier Netanjahu

Steinmeier auf Vermittlungstour

An der Pressekonferenz nahm auch der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier teil, der zu Vermittlungsgesprächen nach Israel gereist war. Er sagte, Gaza dürfe nicht auf Dauer ein Waffenlager für die Hamas sein. Zugleich betonte er, Israel habe das völkerrechtliche, politische und moralische Recht, seine Bevölkerung gegen Raketenangriffe zu schützen.

Später reiste Steinmeier nach Ramallah weiter. Nach einem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas rief er die Palästinenser auf, den Raketenbeschuss auf Israel sofort einzustellen: Eine Feuerpause sei die unabdingbare Voraussetzung für eine politische Lösung. Zugleich kündigte er 500.000 Euro Soforthilfe an für notleidende Zivislisten im Gazastreifen. Am Mittwoch will Steinmeier in Kairo mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel-Fattah al-Sisi über den Waffenruhe-Vorschlag sprechen.

Indirekte Gespräche zur Deeskalation

Ägypten hatte am Montag einen Plan für eine Deeskalation der Gewalt vorgelegt. Danach sollen zunächst die Waffen schweigen und die Grenzübergänge zum Gaza-Streifen geöffnet werden. Innerhalb von 48 Stunden sollten indirekte Gespräche zwischen Israel und der Hamas in Kairo beginnen.

Israelische Abwehrraketen bei Ashdod (Foto: Getty)

Israel überlegt, sein Raketenabwehrsystem zu verstärken

Wird der Iron Dome "ausgebaut" ?

Die Islamisten im Gazastreifen beschießen Israel seit einer Woche verstärkt mit Raketen. Viele können mit dem Abwehrsystem Iron Dome abgefangen werden. Aus Regierungskreisen verlautete, die Regierung wolle das System ausbauen. Israel reagierte auch mit Luftschlägen auf den Beschuss aus dem Gazastreifen. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben mindestens 193 Menschen getötet.

uh/se (afp,dpa)

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