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Aktuell Nahost

Israelische Elitesoldaten quittieren den Dienst

Sie wollten nicht länger mitverantwortlich dafür sein, wie der israelische Militärgeheimdienst in den palästinensischen Gebieten vorgeht. Deshalb verweigern 43 Mitglieder einer Eliteeinheit der Armee ihren Dienst.

Sie könnten "nicht länger in diesem System dienen, das die Rechte von Millionen Menschen verletzt", schreiben die Reservisten in einen Brief, den die Zeitung "Jediot Ahronot" in Auszügen veröffentlichte. Demnach wollen die Reservisten der Eliteeinheit "Unit 8200" des israelischen Militärgeheimdienstes nicht mehr dienen.

Gezielte Tötungen angeprangert

Grund seien die "Übergriffe" auf die Palästinenser, heißt es in dem Brief weiter. Konkret richtet sich der Protest der 43 Reservisten gegen das Vorgehen des Militärgeheimdienstes in den besetzten Palästinensergebieten, darunter gezielte Tötungen und die bis in die Intimsphäre palästinensischer Zivilisten reichende Überwachung.

"Wir rufen alle Soldaten, die in der Einheit dienen oder dienen werden, und alle israelischen Bürger dazu auf, ihre Stimme gegen diese Rechtsverstöße zu erheben und diesen ein Ende zu setzen", schreiben die 43 Unterzeichner weiter.

Haftstrafen riskiert

Sie kündigten in dem Brief an, ihrer jährlichen Einberufung nicht mehr nachzukommen. Dadurch drohen ihnen Haftstrafen. Alle israelischen Männer müssen nach der Schulzeit drei Jahre Wehrdienst leisten, Frauen zwei Jahre.

Die Eliteeinheit "Unit 8200" arbeitet eng mit den israelischen Sicherheitsdiensten zusammen. Sie befasst sich mit elektronischer Aufklärung und Decodierung und wird häufig mit dem amerikanischen Geheimdienst NSA verglichen.

uh/gmf (afp,dpa)

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