Israelisch-türkischer Streit eskaliert wegen Gewalt im Gazastreifen | Aktuell Nahost | DW | 16.05.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nahost-Konflikt

Israelisch-türkischer Streit eskaliert wegen Gewalt im Gazastreifen

Die Regierung in Ankara wirft Israel und Ägypten vor, den Transport von verletzten Palästinensern in die Türkei zu verhindern. Die Krankenhäuser im Gazastreifen sind mit den vielen Verletzten vom Montag überfordert.

Palästina Israel Gaza Protetste Verletzte (Reuters/M. Salem)

Nach den Unruhen an der Grenze zu Israel arbeiten die Krankenhäuser im Gazastreifen auf Hochtouren

"Weder die Regierung Israels noch die Regierung Ägyptens haben bisher die Landung unserer Flugzeuge erlaubt", beklagte der türkische Vize-Ministerpräsident Recep Akdag bei einem Besuch in Nordzypern. Auf Anordnung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hätten die türkische Katastrophenschutzbehörde und die Streitkräfte Vorbereitungen für solche Hilfsflüge getroffen.

Angesichts der Situation habe man Kontakt zur Weltgesundheitsorganisation WHO aufgenommen und um Unterstützung gebeten. Das türkische Außenministerium bemühe sich auf diplomatischen Kanälen um eine Lösung.

Der Streit zwischen der Türkei und Israel eskaliert seit dem harten Vorgehen Israels im Gazastreifen, bei dem nach palästinensischen Angaben am Montag 60 Palästinenser getötet und rund 2800 verletzt worden waren.

Palästina Israel Gaza Protetste Verletzte (Getty Images/S. Platt)

Medizinische Notversorgung während der Massenproteste in einem Feldlazarett der Palästinenser

Schwerverletzte sollen in Ägypten behandelt werden

Den Krankenhäusern im Gazastreifen fehlt es nach Angaben von Ärzten an Medikamenten und medizinischer Ausstattung, um die vielen Patienten zu behandeln. Deshalb sollen 20 schwerverletzte Palästinenser nach Ägypten gebracht werden. Sie seien entweder lebensgefährlich verletzt oder bräuchten komplizierte Operationen, sagte Aiman Sahabani, Leiter der Notaufnahme im Schiffa-Krankenhaus in Gaza-Stadt.

Zehntausende Palästinenser hatten seit Ende März an der Grenze zu Israel protestiert und ein Recht auf Rückkehr in das heutige israelische Staatsgebiet gefordert. Israel lehnt das ab. Die Palästinenser erinnerten zudem an die Vertreibung und die Flucht Hunderttausender im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948.

Hamas weist israelische Hilfsgüter ab

Derweil brachten Lastwagen medizinische Hilfsmitteln in den Gazastreifen. Die acht LKW kamen von der Palästinensischen Autonomiebehörde, der UN-Hilfsorganisation UNICEF und der israelischen Armee, wie die zuständige israelische Behörde Cogat mitteilte. Es handele sich unter anderem um Bandagen, Desinfektionsmittel und Material zur Versorgung von Kindern.

Die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas wies die zwei Lastwagen der Armee in der Nacht allerdings zurück, wie Cogat auf Twitter mitteilte. Die Hamas bestätigte den Vorgang. "Wir haben diese Hilfe zurückgewiesen, weil Israel den Grenzübergang für so viele Tage für alle möglichen Produkte geschlossen hat und ihn nun nur für ihre eigene medizinische Hilfe wieder geöffnet hat", sagte Hamas-Aktivist Wael Abu Omer. Die EU, die USA und Israel stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Sie hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahnen geschrieben.

uh/kle (dpa, ap)

Video ansehen 02:31
Jetzt live
02:31 Min.

Trauer um die Toten von Gaza

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema