1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nahost-Konflikt

Israelis fordern Zwei-Staaten-Lösung

In Tel Aviv sind Tausende Israelis für eine friedliche Beendigung des Konflikts mit den Palästinensern auf die Straße gegangen. Sie wollen beweisen, dass ein Teil der Bevölkerung gegen die Besatzung ist.

Die Demonstranten trugen ein Spruchband mit der Aufschrift "Zwei Staaten, eine Hoffnung" vor sich her. Die Protestschilder richteten sich gegen die seit 50 Jahren andauernde Besatzung der Palästinensergebiete. "50 Jahre sind genug - Frieden jetzt!", war auf einigen zu lesen. Nach Schätzungen der Zeitung "Haaretz" nahmen rund 15.000 Menschen teil.

Die Kundgebung war maßgeblich von der israelischen Organisation "Frieden Jetzt" organisiert worden, die den jüdischen Siedlungsbau im palästinensischen Westjordanland und in Ost-Jerusalem kritisiert. Die Demonstration richte sich "gegen die Hoffnungslosigkeit, die uns eine Regierung beschert, die Besatzung, Gewalt und Rassismus fortführt", sagte der Direktor von "Frieden Jetzt", Avi Buskila. "Es ist die Zeit gekommen, den Israelis, Palästinensern und der ganzen Welt zu beweisen, dass ein wichtiger Teil der israelischen Bevölkerung gegen die Besatzung ist und eine Zwei-Staaten-Lösung will".

Zwei Staaten, eine Hoffnung. Eine Demonstration gegen 50 Jahre Besatzung steht auf vielen Schildern, die die Demonstranten hoch halten. (Foto: Reuters/A. Cohen)

"Zwei Staaten, eine Hoffnung. Eine Demonstration gegen 50 Jahre Besatzung" steht auf vielen Schildern

Bei der Kundgebung wurde eine Grußbotschaft von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verlesen. "Es ist Zeit, zusammen in Harmonie, Sicherheit und Stabilität zu leben", appellierte Abbas demnach. "Unsere Pflicht gegenüber künftigen Generationen ist es, einen Frieden der Mutigen zu schließen." Die einzige Lösung seien zwei Staaten für zwei Völker in den Grenzen vor dem Sechs-Tage-Krieg von 1967. Er forderte Israel auf, einen Staat Palästina anzuerkennen und die Besatzung zu beenden.

Netanjahu verpasste Friedensregelung

Auch der israelische Oppositionsführer Izchak Herzog bekundete mit seiner Teilnahme an der Demonstration seine Unterstützung für die Zwei-Staaten-Lösung. Herzog warf in einer Ansprache auf dem zentralen Rabin-Platz dem Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vor, Furcht zu säen und Gelegenheiten für eine Friedensregelung verpasst zu haben. US-Präsident Donald Trump hatte am Montag und Dienstag Israel und die Palästinensergebiete besucht. Trump will beide Seiten zu neuen Friedensverhandlungen bewegen und hat für die Region den "ultimativen Deal" in Aussicht gestellt.

Zehntausende Demonstranten versammeln sich auf dem zentralen Rabin-Platz in Tel Aviv. (Foto: Reuters/A. Cohen)

Bei der Ansprache auf dem zentralen Rabin-Platz trat auch Oppositionsführer Izchak Herzog auf

Israel hatte 1967 während des Sechs-Tage-Kriegs das Westjordanland und Ost-Jerusalem besetzt. Später annektierte es Ost-Jerusalem, von der internationalen Gemeinschaft wurde dies aber nie anerkannt. Die israelische Regierung sieht in Jerusalem die unteilbare Hauptstadt des Landes, die Palästinenser erheben aber Anspruch auf den Ostteil der Staat als Hauptstadt eines zukünftigen Palästinenserstaates.

Im Westjordanland leben mehr als 400.000 jüdische Siedler. Die rechtsgerichtete israelische Regierung von Ministerpräsident Netanjahu hat den Siedlungsbau trotz internationaler Kritik massiv vorangetrieben. Einige Regierungsmitglieder haben sich offen für eine Annexion des Westjordanlandes ausgesprochen.

pab/stu (afp, dpa)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema