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Nahost

Israelis fliehen vom Sinai nach Terrorwarnung

Hunderte israelische Touristen haben sich nach einer eindringlichen Terrorwarnung ihrer Regierung von der Sinai-Halbinsel auf den Rückweg in ihre Heimat gemacht.

Hotel in Taba, Foto: ap

Der Sinai - beliebtes Urlaubsziel auf für Israelis

Die Regierung in Jerusalem hatte alle Israelis am Dienstagabend (13.04.2010) zum sofortigen Verlassen des Gebiets aufgefordert. In einer ungewöhnlich scharf formulierten Warnung sprach der Stab zur Terrorbekämpfung vor einer "unmittelbar geplanten Entführung" von Israelis. "Wir rufen alle Israelis, die sich auf dem Sinai aufhalten, dazu auf, sofort nach Israel zurückzukehren", hieß es. Angehörige von israelischen Touristen, die sich derzeit dort aufhalten, wurden aufgefordert, die auf Geheimdienstinformationen basierende Warnung weiterzugeben.

Polizeisprecher Micky Rosenfeld erklärte, am Dienstag hätten sich etwa 650 Israelis auf dem Sinai aufgehalten. Bis Mittwochmorgen hätten 430 das Gebiet verlassen. Israel hat zwar eine ständige Reisewarnung, die von Abstechern in die Sinai-Wüste abrät, doch wird dies von tausenden Israelis stets geflissentlich ignoriert. Im Februar hatte die Regierung bereits eine generelle Warnung vor Reisen in die beliebte Gegend am Roten Meer für die kommenden Monate herausgegeben. Dabei verwies sie auf "Bedrohungen" durch die schiitische Hisbollah-Miliz und den Iran. Dennoch reisten etwa 20.000 Israelis in das beliebte Urlaubsgebiet, ein Anstieg von 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ägypten dementiert

Die ägyptische Polizei hat Berichte über eine akute Terrorgefahr für Israelis auf dem Sinai dementiert. Ein Angehöriger der ägyptischen Sicherheitskräfte sagte am Mittwoch, die von Israel veröffentlichte Warnung entbehre jeder Grundlage. Es gebe keine aktuelle Gefahr für Touristen auf der Sinai-Halbinsel und auch keine speziellen Risiken für Israelis.

Auf dem Sinai gab es in den vergangenen Jahren mehrere Anschläge gegen israelische oder westliche Touristen. Im April 2006 kamen bei einem dreifachen Anschlag in Dahab 20 Menschen ums Leben. Im Juli 2005 starben 70 Menschen bei einer Serie von Anschlägen im Badeort Scharm el Scheich, vier verschiedene Gruppen bezichtigten sich der Tat. Im Oktober 2004 wurden bei drei Anschlägen auf ein Hotel und zwei Feriensiedlungen in Taba 34 Menschen getötet. Die israelischen Streitkräfte hatten die Halbinsel im Sechs-Tage-Krieg von 1967 erobert. Im Friedensvertrag von 1982 gab Israel das Gebiet an Ägypten zurück.

Autorin: Ina Rottscheidt (ap/dpa)
Redaktion: Diana Hodali

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