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Politik

Israel will Hamas-Politiker gezielt töten

Israel droht den Hamas-Chef Chaled Meschaal bei "erstbester Gelegenheit" zu töten. Unterdessen wurde die Militäroffensive im Gazastreifen ausgeweitet. Der EU-Außenbeauftragte Solana brach zu einer Friedensmission auf.

Hamas-Chef Chaled Meschaal bei einer Rede Foto: AP

Israel hat Hamas-Chef Meschaal im Visier

Der politische Chef der radikal islamisches Partei sei ein "legitimes Ziel", sagte der israelische Minister für Innere Sicherheit, Avi Dichter, am Montag (21.5) im Militärrundfunk. Meschaal lebt im Exil in Syrien. "Ich bin davon überzeugt, dass wir uns seiner trotz der Schwierigkeit der Aufgabe bei erstbester Gelegenheit entledigen" sagte Sicherheitsminister Dichter über das Vorgehen gegen Meschaal.

Israels Umweltminister Gideon Esra drohte indirekt auch Regierungschef Ismail Hanija mit der gezielten Tötung. Falls die Hamas ihre Raketenangriffe auf israelisches Territorium fortsetze, "werden die Mitglieder der politischen Führung dieser Bewegung in unsere Liste von Zielen aufgenommen", sagte Esra im Radio. Auf die Frage nach der Begründung möglicher Angriffe auf Hanija verwies der Minister darauf, dass der palästinensische Regierungschef am Sonntag zur Fortsetzung der Angriffe aufgerufen habe.

Palästinenser reagieren gelassen

Die Drohungen der israelischen Regierung seien nichts Neues, sagte das führende Hamas-Mitglied Mussa Abu Marsuk. "'Wir sind solche Drohungen gewohnt." Es sei seit 1948 ein Mittel der israelischen Politik, Palästinenserführer ins Visier zu nehmen.

Unterdessen wurden in Dschabalija im nördlichen Gazastreifen vier Mitglieder der radikalen Palästinensergruppe Islamischer Dschihad bei isralischen Luftangriffen getötet. Dem Islamischen Dschihad zufolge waren die Getöteten Mitglieder ihres bewaffneten Arms, der El-Kuds-Brigaden. Die israelische Armee bestätigte den Angriff, ohne Details zu nennen. Israel fliegt seit dem vergangenen Mittwoch Luftangriffe auf den Gazastreifen, bei denen bislang 36 Menschen getötet wurden.

Die Bomben fliegen weiter

Derweil gingen auch die Angriffe von Palästinensern auf den Süden Israels weiter. Radikale Palästinenser feuerten am Montagmorgen vom Gazastreifen etliche Raketen auf den Süden Israels. Verletzt wurde niemand. In der vergangenen Woche schlugen in Israel mehr als hundert Raketen ein. 16 Zivilisten wurden dadurch verletzt. Hunderte Menschen flohen aus der südlich gelegenen Stadt Sderot.

Ein israelischer Junge schläft auf seinem Koffer. Er wartet auf die Evakuierung aus Sderot, das mit palästinisches Raketen beschossen wurde. Foto: AP

Ein Junge wartet auf die Evakuierung aus Sderot

Am Sonntag hatte das israelische Sicherheitskabinett die Grundlage für eine Ausweitung der Militäreinsätze im Gazastreifen gelegt. Es genehmigte der Armee eine Verstärkung der Offensive, um "die Raketenangriffe einzudämmen" und die dahinter stehende "terroristische Infrastruktur" zu zerstören, wie das Kabinett
mitteilte. Wenige Stunden später griff die israelische Armee das Haus eines Hamas-Politikers aus der Luft an und tötete acht Menschen. Der Politiker selbst blieb unverletzt. Tausende Hamas-Anhänger protestierten und schworen Rache. "Wir werden diesen Weg beibehalten bis wir eins der beiden Ziele erreicht haben - den Sieg oder den Märtyrertod", schwor Regierungschef Hanija am Grab der Opfer.

Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana brach zu einer Friedensmission in den Nahen Osten auf und sagte, er wolle "an die Menschen appellieren, die Gewalt zu beenden". Solana wollte am Abend mit der israelischen Außenministerin Zipi Livni zusammentreffen. Zudem sind Aufenthalte im Libanon, in Ägypten und im Gazastreifen geplant. (mad)

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