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Nahost

Israel will Bodenoffensive unterbrechen

Israel will seine angekündigte erweiterte Bodenoffensive offenbar einige Tage aussetzen. Ministerpräsident Ehud Olmert habe entschieden, noch zwei bis drei Tage abzuwarten, um der Diplomatie eine Chance zu geben.

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Premierminister Ehud Olmert

Kabinettsminister Rafi Eitan bestätigte die Meldungen indirekt im israelischen Rundfunk. Es gebe diplomatische Erwägungen, sagte er. Die Kämpfe im Südlibanon hielten in der Nacht zum Donnerstag weiter an. Der israelische Armeerundfunk meldete heftige Gefechte in libanesischen Dörfern an der Grenze zu Galiläa. Mit Unterstützung von Panzern rückten israelische Soldaten in die Stadt Mardschajun vor, wie Anwohner berichteten. Anschließend hätten sie eine strategisch wichtige Position auf einem Hügel bei dem Dorf Blatt eingenommen. Die Hisbollah erklärte, im Grenzort Chiam sei es zu schweren Gefechten gekommen.

Am Mittwoch waren die Kämpfe im Südlibanon für die israelischen Streitkräfte die verlustreichsten seit Beginn ihrer Offensive vor rund vier Wochen. 15 Soldaten wurden getötet, wie die Streitkräfte mitteilten. 38 weitere wurden verletzt.

Unterdessen berichtete ein israelischer Fernsehsender, unter den getöteten Hisbollah-Kämpfern im Libanon seien auch iranische Soldaten gewesen. Der Sender berief sich in seinem Bericht auf nicht näher benannte Quellen. Israel hat dem Iran wiederholt vorgeworfen, die Hisbollah auszurüsten und personell zu unterstützen. Der Iran hat dies zurückgewiesen.

Die USA reagierten in ungewöhnlich kritischer Form auf die
israelische Ankündigung, die Bodenoffensive im Libanon auszuweiten. Die US-Regierung fordere von beiden Seiten ein Ende der Eskalation, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Snow, vor Journalisten nahe der Ranch von Präsident George W. Bush in Texas.

Noch keine Einigung über UN-Resolution

Das Ringen um eine UN-Resolution zum Libanon geht
weiter: Es gebe noch Differenzen, erklärte der französische
UN-Botschafter Jean-Marc de La Sablière nach neuen Gesprächen am Mittwochabend. Auch US-Botschafter John Bolton sprach von anhaltenden Meinungsverschiedenheiten. Dabei geht es nach Angaben von Diplomaten in New York um die unterschiedlichen Ansichten der USA und Frankreichs darüber, wie weit die Entschließung den Forderungen arabischer Staaten nach einer völligen Einstellung der Kämpfe und einem Rückzug der israelischen Truppen nachkommen soll.

In Treffen mit Vertretern Großbritanniens, Chinas, der USA und Russlands schlug Frankreich am Mittwochabend einem Diplomaten zufolge Änderungen vor, die bei einem Stopp der Kampfhandlungen den Einsatz libanesischer Soldaten im Südlibanon vorsehen. Währenddessen solle Israel beginnen, sich in Koordination mit den im Libanon stationierten Blauhelmen hinter die von den UN anerkannte Grenzlinie zurückzuziehen, hieß es. (kas)

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